Circus einmal anders

Circus Voyage im ostthüringischen Greiz

Von Peter Benz

Circus einmal anders konnten die Besucher des Circus Voyage im ostthüringischen Greiz vom 12. bis 15. April erleben. Mit einem neuen Programm-konzept beschreitet der Circus neue Wege. Neben raffinierten Licht- und Soundeffekten werden unter anderem mittels eines Beamers fantastische Hintergrundbilder auf einer 60 qm großen Leinwand erzeugt und die Besucher auf eindrucksvolle Art und Weise in unterschiedliche Länder versetzt. Bettina Richter führte das Publikum charmant durch das Programm und das polnische Circusliveorchester unter der Leitung von Stanislaw Kasprzak sorgte für die musikalische Umrahmung.

Show1254x42Im ersten Teil gab es Circus im Was-ser. Den Hintergrund dieser Szenerie bildet Alicia, ein kleines Circusmädchen. Sie ist der Meinung, dass die Menschen im heutigen Zeitalter weder Poesie noch Fantasie benötigen. Mit dieser Meinung verärgerte sie den Meeresgott Neptun, der sie daraufhin in eine kleine Meer-jungfrau verzaubert hat. Damit sie ihrem Schicksal entgehen konnte, für immer als kleine Meerjungfrau leben zu müssen, bekommt sie von Neptun die Aufgabe, den Menschen Poesie, Fantasie und Spaß nahe zu bringen. Doch dazu benötigt Alicia die Hilfe ihrer Freunde. Durch Neptun erhält Alicia noch einmal ihre menschliche Gestalt zurück und zudem die Chance, durch die eigene Leistung in Form einer pfiffigen Antipodistik-num-mer das Publikum zu überzeugen. Nico setzte sich für Alicia mit seiner Hand-standequilibristik par exellence ein. In einer zauberhaften Revue präsentiert sich Pocahontas mit ihren weißen Pfautauben. Fantasievoll lehrt sie uns, dass Tauben mehr als nur fliegen können. Atemberaubende Luftakrobatik hoch unter der Circuskuppel präsentiert Miss Anastasia am Vertikalseil. Die sympathische Artistin aus Deutschland vollführt schwierigste Tricks und gewagte Figu-ren. Eine Symbiose aus Charme, Eleganz und Können.

Alois Spinder präsentiert Pferdedres-suren aus aller Welt. Temperamentvolle Pferde verbreiteten einen ganz besonderen Flair des wilden Westens und eine asiatische Kamelkarawane einen Hauch des Orients versprüht. Das Duo Lopèz reitet auf ihren temperamentvollen Andalusier- und Friesenhengsten spanische Hohe Schule. Zu einer Einheit verschmelzen Pferde und Reiterinnen. Weitere Leckerbissen waren die außergewöhnlichen Tierdressuren von Familie Spindler, die Elefanten, Giraffe, Nashorn und Flusspferd in einem einzigartigen Afrika-Potpourri präsentierten.

Einen akrobatischen Balanceakt der be-sonderen Art zeigte Miss Anastasia auf dem Drahtseil. Grazil und sogleich dynamisch tanzt sie über das horizontal gespannte Seil. Circusstar Nico brachte Action pur, als er kopfüber durch die Powerkugel raste und dabei seine Mit-fahrer bei seinen halsbrecherischen Stunts in der Motorradkugel nur um Haaresbreite verfehlt. Nicht nur als Pausenüberbrückung strapazierte Clown Peppo die Lachmuskeln der Zuschauer. Zwei Stunden Unterhaltung pur bot Circus Voyage seinen Besuchern. (Foto: PB)

 

 

20 Jahre Circus Harlekin

In der Schweiz und besonders im Kan-ton Bern ist das Unternehmen bestens bekannt und beliebt. Tiere, Akrobaten und Clowns sind die Elemente, die das ländliche Publikum von diesem Circus erwarten. Und tierisch geht es zur Sache mit den vier sibirischen Kamelen und zwei Lamas, vorgeführt von Nicole Pichler. Susanne Mani präsentiert eine Esels-Freiheit. Ansonsten setzt die Direktion erneut auf fernöstliche Artisten. Da ist zunächst die Wuqiao Akrobatics Troupe Hebei mit Reifensprüngen, im Quartett an Bungee-Seilen, in einer Hebeakrobatik und in einer Vasenjonglage zu bewundern. Zudem begeistert Lin Wang mit einer Kerzenständerbalance und Ren Yanan auf dem Schlappseil das Publikum. Das Duo Darius aus Lettland zeigt solide Jonglage in Kombination mit Leiterbalance. Poetisch und komisch zugleich wird es, wenn das Clownduo Nicas auf Pfeifen den Circus Renz-Marsch bläst und Marco Morelli als Monsieur Loyal dazu kommt. Das Programm wird musikalisch live untermalt vom sechsköpfigen Orchester von Va-dym Kovalchuk. Wie man hört, soll es eventuell die letzte Tournee unter den Direktoren Pedro Pichler und Monika Aegerter sein, denn das Circusleben nagt auch dort an der Gesundheit. Auf jeden Fall soll es noch einen Weihnachtscircus geben, vom 6. bis 31. Dezember 2012 an der Seebucht von Spiez – es wäre der erste Oberländer Wintercircus. (KS)

Aus Circus, Varieté und Show