Alberts Eisenbahnwagen

Martin Wehmeyer

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DSB-Präsident Albert Ritter hatte für den Weihnachtsmarkt in Essen eine tolle Idee

 

DSB-Präsident Albert Ritter hatte für den Weihnachtsmarkt in Essen eine tolle Idee, die er in der für die Schausteller problematischen Corona Zeit verbunden mit dem Ausfall der Kirmesveranstaltungen umsetzte: Eine mobile Eisenbahnanlage für den Essener Weihnachtsmarkt! Bereits im Frühsommer arbeitete Ritter an der Umsetzung seiner Idee. Für die Modelltechnik bediente er sich der Beratung eines Essener Profimodellbauers.

Die Umsetzung der Erfolgsgeschichte begann, als Ritter einen alten neun Meter langen Verkaufswagen für Schmalzkuchen entdeckt hatte, der ursprünglich in Ostwestfalen im Einsatz war. Er überlegte, wie man dem 72 Jahre alten Wagen neues Leben geben könnte. Beim Blick auf die markanten Dachrundungen nach Reichsbahnprofil – die Wagen waren so konstruiert, um durch die Bahntunnels bei einer Verladung auf der Eisenbahn reisen zu können – kam ihm die Idee mit der mobilen Modellbahnanlage. Der Wagen wurde entsprechend restauriert und umgebaut. Die größte Herausforderung war die Befestigung der Spur 1-Gleise auf dem Boden des ehemaligen Verkaufswagens. Da das Fahrzeug über keine Federung verfügt, mussten die Gleise die Fahrerschütterungen aushalten können. Nach mehreren Versuchen war das Problem gelöst. Eine Märklin-Central-Station steuerte den notwendigen Dauerfahrbetrieb und lieferte die Energie. Rund 45 Meter Gleis wurden verlegt, mit einfachen Mitteln Tunnel gebaut und die Anlage farblich gestaltet. Einige Eisenbahnfotos dienen als stilechte Rückwand der Anlage. Um den richtigen Weihnachtsflair zu liefern, wurde ein Klöppel am Zug angebracht, mit dem nun in gestimmten Wasserflaschen das Weihnachtslied „Kling Glöckchen kling …“ intoniert wurde. Der Erfolg stellte sich in den ersten Tagen schon ein. Kinder und Erwachsene standen begeistert vor der Märklin-Anlage im Maßstab 1:32. Sicher wird die Weihnachtseisenbahnanlage wieder auf dem nächsten Essener Weihnachtsmarkt 2022 zu sehen sein. Im Grunde wird damit an eine alte Tradition erinnert, denn oft waren in Spielwarengeschäften um diese Zeit solche Anlagen in den Schaufenstern aufgebaut. Lange hielt sich diese Tradition bis vor drei Jahren in einem Bonner Spielwarengeschäft in der Innenstadt.

Text und Fotos: Martin Wehmeyer

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