Bremer Freimarkt

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Ischa Freimaak!
Auf ein Neues – Bremens Freimarkt startet am 15. Oktober

 

Wieso eigentlich „Auf ein Neues“? Wenn man ehrlich ist, dann war das im Vorjahr doch noch kein richtiger „Frei“-Markt, denn die Corona-Beschränkungen setzten allenthalben Zeichen. Man denke nur an die Umzäunung, die Einlasskontrollen und die eingeschränkte Zeltgastronomie…  Heuer soll aber alles wieder so sein, wie man es seit Jahr und Tag vom weit und breit bedeutendsten Volksfest erwartet.

Und so dürfte die Hansestadt wieder für 17 lange Tage und Nächte im echten Freimarktrausch stehen und alles auf den Kopf gestellt werden. Ein Massenpublikum quer durch alle sozialen Schichten wird die sprichwörtliche „St…eifheit“ ohne großes Bedenken ablegen und sich ganz und gar den Genüssen und dem Nervenkitzel des uralten und doch immer wieder jungen Freimarkts hingeben. Kaum ein anderes Volksfest dieser Art präsentiert seinen Besuchern so viele Fahrgeschäftsattraktionen und Belustigungen wie der Freimarkt. Nirgendwo sonst im hohen Norden werden so ausgiebig und intensiv die alten Traditionen zelebriert wie in Bremen. Und das dabei gelegentlich über die Stränge gehauen wird, ist ganz natürlich – „Ischa Freimaak!“ wie der Bremer sagt. Und mit diesem Hinweis ist eigentlich alles entschuldigt. Seit dem Jahr 1035 hält die Stadt an ihrem alten Freimarkt-Privileg fest und pflegt somit eine der längsten Volksfesttraditionen Deutschlands.

Vom „City-Sky-Liner“ bis zum „Rotor“

Wieder mal dabei: Schneiders Aussichtsturm

„Türme“ sind auch diesmal die bestimmenden Merkmale der Platzgestaltung. Gleich hinter dem Bahnhof im Haupteingangsbereich der Bürgerweide präsentiert sich wieder einmal Schneiders „City-Sky-Liner“. In Sichtweite davon, im sogenannten Klangbogen (so benannt nach dem künstlerischen Projekt der „klingenden“ Granit-Trasse), lockt heuer „Fuzzys Lachsalon“ mit seiner prächtigen Fassade. Dann passiert der Besucher den lang gestreckten „Rock ‚n Roll Coaster“ auf dem klassischen Achterbahnplatz und läuft oder „schlendert“ auf Hansteins „Commander“ zu. Als nächstes Rundfahrgeschäft kommt ein weiteres Highlight in Sicht: Manfred Howeys in Aufmachung und Präsentation unerreichte Seesturmbahn „Happy Sailor“. Gegenüber reckt sich Goetzkes „Jules-Verne-Tower“ in die Höhe, der eben noch auf der Münchner Wies brillierte. Es folgen links am „Happy Sailor“ vorbei zwei altbekannte Freimarkts-Größen: Die Überschlagschaukel „Looping the Loop“ und der gute alte Rotor, in dem „die Menschen wie Fliegen an der Wand kleben“ – so lautete in frühen Jahren dieses Geschäftes die Parole, die heute noch gilt und ebenfalls auf der Theresienwiese wieder zu Gast war.

Von „Happy Family“ bis zu „Psychodelic“ 
Mit „Happy Family“ folgt sodann ein weiteres großes Laufgeschäft. Es folgen die „Wilde Maus“ und der Skooter „Bee-Bob-Drive“. An der nächsten Abzweigung präsentieren sich der große „Breakdance“ von Dreher und die Heitmann‘sche Wildwasserbahn „Auf Manitus Spuren“ auf ihrem Stammplatz. Im weiteren Verlauf trifft der Besucher sodann auf den Skooter „Top In“, während schräg gegenüber Barths Schienenbahn „Feuer und Eis“ gut für einen Geschwindigkeitsrekord ist. Auch der „Voodoo Jumper“ von H. O. Schäfer jun. – heuer abermals Wiesn-erprobt – gehört diesmal auch wieder zum Freimarkt-Aufgebot und steht auf einem der starken Kopfplätze. Es folgt das große Riesenrad „City Star“ auf dem Russen-Stammplatz: Von hieraus führt die Straße direkt auf den „Transformer“ zu und im weiteren Streckenverlauf erreicht man wieder einen Freimarkt-Klassiker. Das Rundfahrgeschäft „Troika“. „Psychodelic“ ist der Name der nächsten Attraktion aus dem Bereich der Laufgeschäfte.

Von der Geisterbahn bis zum „Frisbee“
Danach kommt die Geisterbahn ins Bild und schon steht der Besucher vor einem weiteren Turm: Ewald und Christina Schneiders einzigartigem „Hangover“. Die beiden folgenden Fahrgeschäfte sind Hansteins „Wellenflug“ und Markmanns „Octopussy“. Auf dem Weg zurück, stößt man neben der Bayernfesthalle auf die „Pool Party. Erneut vorbei am „Happy Sailor“ und dem „Jules-Verne-Tower“ geht es vorbei am „Happy Traveller“ auf den Skooter „Stardust“ zu. Als letztes großes Fahrgeschäft bildet „Frisbee“ den Abschluss.

Abgerundet bzw. ergänzt wird die kunterbunte Freimarkt-Palette einmal mehr durch zahlreiche Kinderfahrgeschäfte, das gewohnt starke, Freimarkt-typische Gastronomie-Aufgebot (21 große und kleine Ausschankbetriebe) und unzählige Verkaufs-, Imbiss- und Spielbetriebe. Schaubuden gibt es mangels Masse schon seit Jahren auch in Bremen nicht mehr.

„Kleiner Freimarkt“
Auf dem „Kleinen Freimarkt“ in der Stadtmitte erwartet den Besucher einmal mehr ein besonderes Fest der Sinne. Hier locken erneut zahlreiche Reihengeschäfte mit Schmalzgebäck, Mandeln und Lakritze die Besucher an die nach alten Vorbildern hergerichteten Stände. Nostalgiekarusselle und Russenrad gehören ebenfalls dazu.  Der Weg zurück zu den Anfängen des „freien Marktes“ führt schließlich zwischen die historischen Mauern von Rathaus und Liebfrauenkirche, wo Händler und Handwerker im „Marktdorf von 1382“ an „damals“ erinnern und Gaukler sowie Sänger davon berichten, wie alles einst begann.

Fassen wir zusammen: Stimmung, Spaß und Sensation, die Welt auf den Kopf stellen? Durch die Luft wirbeln? Dann nichts wie rein in Achterbahn, Riesenrad und Geisterbahn. Auf Bremens Bürgerweide sorgen über 300 Schausteller auf 100.000 Quadratmetern mit ihren Buden und Fahrgeschäften für Unterhaltung pur. Wer es beschaulicher mag, bummelt am besten zum Bremer Marktplatz. Auf dem »Kleinen Freimarkt« erwartet den Besucher ein Fest der Sinne. Dampfendes Schmalzgebäck, heiße Mandeln und würzige Lakritze locken an die liebevoll nach alten Vorbildern hergerichteten Stände. Und wenn die Glocke zur Fahrt in einem der Nostalgiekarussells ertönt, leuchten nicht nur Kinderaugen. Der Weg zurück zu den Anfängen des »freien Marktes« führt direkt um die Ecke. Zwischen den historischen Mauern von Rathaus und Liebfrauenkirche beginnt das Mittelalter. Im Marktdorf von 1382 bieten Händler ihre Waren feil, am offenen Feuer zeigen Schmiede, Glasbläser und Steinmetze ihr Handwerk, während Gaukler und Sänger davon berichten, wie alles begann.

Also: Auf geht’s… Ischa Freimaak!

Text und Fotos: Rainer Schulz

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