Der Retter von Deggendorf

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Festwirt Widmann –
der Retter von Deggendorf

 

Nach Absage des Vdk dann doch noch ein Frühlingsfest

 

Das Festzelt von Andreas Widmann, Organisator des Deggendorfer Frühlingsfestes.

Anfang des Jahres sah es so aus, als ob heuer das dritte Jahr ohne Volksfeste seinen Lauf nehmen würde. Dann kam die erlösende Nachricht seitens der Politik, dass man nun doch „Freiluftveranstaltungen“ genehmigen könne – wenn auch zum Teil noch unter Auflagen. Nach diesem Beschluss der Regierung setzte sich der VdK Ortsverein Deggendorf in einem Gremium zusammen und verkündete: das Frühlingsfest 2022 findet statt. Leider überschlugen sich die Ereignisse dann dermaßen und Präsident Putin begann mit dem Krieg gegen die Ukraine. Erneut musste man sich seitens der Verantwortlichen Gedanken machen, ob es unter diesen Umständen vertretbar wäre, das Frühlingsfest stattfinden zu lassen… Da der Veranstalter in Deggendorf nun aber kein geringerer als eben der VdK ist und die frühere Abkürzung für „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner e. V.“ stand, konnten es die Verantwortlichen nicht rechtfertigen, aufgrund der Ereignisse in der Ukraine das Fest aus Pietätsgründen durchzuführen. Auf der Homepage des VdK stand dann zu lesen: „Der VdK-Ortsverband Deggendorf veranstaltet für das Jahr 2022 insbesondere unter Würdigung des Grauens durch den Krieg in der Ukraine kein VdK Frühlingfest“ und bedauere die Entscheidung, bat aber zugleich auch um Verständnis. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Verband freilich vom ehemaligen Kriegsopferverband zum großen modernen Sozialverband entwickelt, der für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung kämpft und „VdK“ steht auch mittlerweile nicht mehr für „Verband der Kriegsbeschädigten“, sondern offiziell heißt er jetzt „Sozialverband VdK Deutschland e. V.“, aber dennoch entschied man sich aufgrund der Ereignisse für eine Absage des Frühlingsfestes.

Festwirt Andreas Widmann springt als Organisator ein
Nichtsdestotrotz gibt es aber in Deutschland noch Enthusiasten und Macher und dazu gehören auch Schausteller und Festwirte. Just einer dieser Festwirte, Andreas Widmann setzte sich in Deggendorf dafür ein, das Event stattfinden lassen zu können. Dies ließ er auch gleich nach der Absage des VdK anklingen, musste jedoch nun auf die Entscheidung der Stadt warten, um das Fest auf der Ackerloh – so der Platz – durchführen zu dürfen. Die Familie Widmann selbst ist seit 2011 auf den Deggendorfer Frühlingsfesten vertreten und ist dort auch mit ihrer Gastfreundschaft bekannt. Auch Alexander Fürter vom Weißbierzelt stellte gegenüber der Presse dar: „Wir haben das Fest bereits seit Oktober 2021 durchorganisiert.“ und deshalb war er auch sofort von der Idee Widmanns angetan, um beim diesjährigen Frühlingsfest dabei zu sein. Wie bereits erwähnt, standen die Programme in beiden Festzelten, namhafte Kapellen waren gebucht und auch die Infrastruktur war schnell gegeben, nachdem von der Stadt Deggendorf das „Go“ für die Durchführung kam. Zugleich signalisierte auch die Deggendorfer Vorstandschaft des VdK damit einverstanden zu sein, dass Widmann das Fest organisiert und sogar zum traditionellen Frühlingsfesttermin einspringt. Lediglich für die Planung des Vergnügungsparks war dann die Zeit etwas zu kurz und lange stand nicht fest, welche Schausteller denn nun kommen würden oder könnten. Widmann gelang es aber dennoch, gute und attraktive Schaustellergeschäfte auf die Ackerloh zu holen, auch wenn dies nicht zu 100% klappte und doch die eine oder andere große Lücke auf dem Festplatz klaffte. Gut, das war nicht sonderlich schön und trug auch nicht unbedingt zur vollkommenen Volksfest-Atmosphäre bei, aber dennoch muss man Widmann Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit zollen, was er in der kurzen Zeit geschafft hat. Und dankbar waren ihm die Schausteller, dass sie in Deggendorf wieder ihren Beruf ausüben durften. Dies konnten wir auch aus einigen Kontexten heraushören.

Kein Riesenrad auf dem Festplatz, aber ein gut gemischter Vergnügungspark
Leider fehlte dieses Mal ein Riesenrad – das sichtbare Wahrzeichen – auf dem Festplatz. Zwar gastierte – wie schon einmal – die Familie Göbel mit einem ihrer Räder zeitgleich auf dem Deggendorfer Stadtplatz, aber auf der Ackerloh blieb dieser Part leider – zumindest in diesem Jahr – unbesetzt. Umso mehr Zuspruch fanden aber die anderen Attraktionen und wurden auch – wie auf vielen anderen Frühjahrsveranstaltungen in der Republik – gut bis sehr gut angenommen. Neben dem wunderschönen und erneut optisch und technisch überholten „Hawaii Swing“ von Kevin Neigert konnte Widmann noch den „Kettenflieger“ von Thalkofer sowie die Kinderfahrgeschäfte „Zaubert Welt“, „Jumbo Flug“, zwei Nostalgiekinderfahrgeschäfte und eine Spielburg mit Wassertretbooten verpflichten. Ein Auto-Scooter durfte natürlich ebenso wenig fehlen wie die zahlreichen Reihengeschäfte und Imbissbetriebe, die ihre Gäste mit vielen Köstlichkeiten und einem großen Angebot an Spielen und Gewinnen verwöhnten.

Eröffnung dieses Mal in Frauenhand
Im Zuge des Fassanstiches war dieser heuer ganz in Frauenhand, denn die dritte Bürgermeisterin der Stadt Deggendorf, Frau Renate Wasmeier hatte die Ehre, dieses Zeremoniell durchzuführen, was ihr auch mit einigen Schlägen gelang. Die weiteren geladenen Ehrengäste MdL und aktueller Landrat Bernd Siebler, Georg Adam Freiherr von Aretin, Ferdinand Freiherr von Aretin, Braumeister Lorenz Birnkammer von der Brauerei Aldersbach, sowie Festwirt Andreas Widmann duften dem Treiben somit „nur“ zusehen.

Änderung unter Widmann: der letzte Montag wurde gestrichen
Andreas Widmann kommunizierte auch schon im Vorfeld, dass er den letzten Spieltag, also den Montag streichen werde. „Der Montag gehört in meinen Augen schon länger weg.“, so Widmann gegenüber der Presse. Tagsüber sei dort nicht viel los und einige Schausteller würden auch schon „Vorbauen“, was oftmals auch nicht mehr einladend wirkt. „Ein schöner Abschlussabend am Sonntag ist da viel sinnvoller“. Diese Meinung teilten übrigens auch die Mehrzahl der Schausteller. Wie bereits erwähnt, gab es dieses Mal kein großes Rahmenprogramm und auch ein Festauszug zur Festwiese hat es nicht gegeben. Andreas Widmann erklärte gegenüber der Presse, dass er dazu weder die Zeit noch die nötigen Kontakte und den Überblick hätte, welche Genehmigungen man dafür brauche. Dafür kann man ihm aber keinen Vorwurf machen, denn ein Fest in dieser Größenordnung zu organisieren und zu schultern – und das in der Kürze der Zeit – ist enorm. Die Deggendorfer Bürger waren ihm sichtlich dankbar, dass es nach der langen Zeit der Pandemie überhaupt wieder ein Fest wie dieses gegeben hat, ein Fest mit viel Lebensfreude, guter Laune und ein Stück Normalität, wie man sie von früher her gewohnt war. Deshalb auch noch mal ein großes Dankeschön an Andreas Widmann für diesen Einsatz!

Text und Fotos: Thomas Schmid

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