Die Gesichter des KOMET – Wilfried Roßbach

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„Eine Kirmes ist nur dann erfolgreich, wenn Schausteller, Veranstalter und vor allem die Besucher vollauf zufrieden sind. Ohne diesen „Dreiklang“ funktioniert es nicht!“ sagt Wilfried Roßbach. Das Bewahren der Tradition und der Charakter der Volksfeste sind ihm eine persönliche Herzensangelegenheit. Sein Wunsch ist es, dass sich die Bürger beim gemeinsamen Feiern mit „ihrem“ Fest identifizieren.Wenn er von einem Fest berichtet, dann sieht er es auch aus einem speziellen Blickwinkel aus dem des Veranstalters, denn hier verfügt er über jahrzehntelange Erfahrungen.Wer in der Lullusstadt Bad Hersfeld das Licht erblickt, hat ein „Kirmes-Gen“ erzählt Wilfried Roßbach schmunzelnd. „Als echten ‚Herschfeller Jong‘haben mich meine Eltern schon als Baby mit zum Lullusfest genommen.“ Voller Freude fieberte er alljährlich dem „Lolls“ wie man in der Kur-und Festspielstadt sagt mehr als Weihnachten entgegen.Mit einem Lächeln präsentiert er ein Erinnerungsfoto von sich selbst,das ihn mit strahlenden Augen im Kinderkarussellzeigt. Seiner Heimat ist der heute 65-jährige immer treu geblieben. Nach seiner Ausbildung bei der Stadt Bad Hersfeld und dem Ablegen der Verwaltungsprüfung II (heute Diplom-Verwaltungswirt) wurde ihm Ende 1979 die Lolls-Organisation übertragen. Ein Glücksfallfür ihn, denn es machte ihm viel Freude,das Fest mit einer so großen Historie zu managen. Schon bald bekam ervon der Presseden Titel „Mr. Lolls“ verliehen, welcher ihn bis heute begleitet.Mit seinen zahlreichen Akzenten prägte der „Volksfestmacher“ 36 Jahre lang das Lullusfest mit viel Herzblut, bevor er sich nach insgesamt nahezu 44 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. „Als Veranstaltungsleiter muss man neben dem unerlässlichen Fachwissen und Organisationsgeschick korrekt und zuverlässig sein. Die Schausteller müssensich auf ein gegebenesWort verlassen können. ‚Kumpanei‘war nicht mein Ding. Stattdessen achtete ich immer auf einen respektvollen Umgang mit den Reisenden“,so berichtet er von seiner langjährigen Tätigkeit.Eine besondere Freude bereitete es ihm, als er von DSB-Vizepräsident Edmund Radlinger 2010 die Goldene Ehrennadel des Deutschen Schaustellerbundes überreichtbekam. Zuvor war er schon mit der Ehrenplakette der Evangelischen Circus-und Schaustellerseelsorge ausgezeichnet worden.Als Komet-Berichterstatter ist Wilfried Roßbach seit 1998 tätig. „Anfangs habe ich meine Manuskripte noch an der Schreibmaschine getippt und zusammen mit den Bildern per Brief an den damaligen RedaktionsleiterWilli Traxel verschickt. Die Fotos erschienen größtenteils noch in Schwarz-Weiß. Eile war angesagt, der Komet musste ja aktuell sein“, erinnert er sich an seine erste Zeit dort.

Auch im Ruhestand hat er zu vielen Reisenden noch rege Beziehungen. „Vielleicht sogar noch mehr, weil ich nun, frei von meinem früheren Amt, Nähe zulassen kann“, vermutet der Ruheständler und betont: „Der menschliche Kontakt zu den Schaustellern ist mir ganz wichtig!“ Ganz besonders schätzt er die unglaubliche Flexibilität, den Unternehmermut und den unermüdlichen Arbeitseinsatz der Schausteller und Marktkaufleute. Mit seinen früheren Veranstalterkollegen ist er noch immer eng vernetzt. „Das Fachsimpeln mit Veranstaltern und Beschickern bereichert und motiviert mich ungemein“, erklärt der ehemalige Organisator. Die Teilnahme an den jährlichen Volksfest-Referententagungen, bei denen sich beispielsweise über die aktuellen Probleme bei Zulassungsverfahren, Sicherheits-oder Hygienekonzepten in den verschiedenen Bundesländern ausgetauscht wird, ist daher für ihn selbstverständlich. Etwas Stolz klingt heraus, wenn er über die Referententagung 2012 in Bad Hersfeld spricht.Da er und seine Frau Angelika gerne reisen, werden auch Feste besucht, über die er nicht schreibt. Die Soester Allerheiligenkirmes, auf der er sich in seiner aktiven Zeit alsKirmesplaner letzte Inspirationen vor der Auswahlentscheidung holte, steht nach wie vor auf dem Terminkalender. Über die Feste auf dem Erfurter Domplatz mit ihrer traumhaften Kulisse bummelt er regelmäßig. Das traditionsreiche Kiliani-Volksfest in Würzburg, das über 110-jährige Schweinfurter Volksfest, aber auch der traditionelle PfingstmarktinAlsfeld und das Schützen-Volksfest in Fulda werden alljährlich besucht und leidenschaftliche Rezensionen verfasst. Es ist das Brauchtum der Volksfeste, Kirmessen und Dulten, welches ihn besonders beeindruckt. Ob es das berühmte „O’zapft is!“, das Hissen von Marktfahnen, das Aushängen eines Schwertes oder das Feueranzünden in seiner Heimatstadt ist?Auch die unglaubliche Vielfalt der Volksfestszene begeistert ihn sehr. Kleine, in den Herzen der Bürger verankerte Feste mag er ebenso wie die Cranger Kirmes oder dasMega-Event Oktoberfest. Nur gut muss es sein!Wenn der Ruheständlerüber die Feststraßen schlendert, so sieht er es nach wie vor mit dem Auge eines Platzmeisters.Zu viele Doubletten, falsche Platzierungen und Aufbaufehler sieht er heute weniger streng an als früher. Stattdessen stehen für ihn der ganzheitliche Ansatz und Flair im Vordergrund.Dazu zählen auch Rahmenveranstaltungen wie Festzüge und ähnliches, die das Angebot der Schausteller flankieren, bereichern und zum emotionalen Erlebnis machen.Nachdem die Volksfest-Besprechungen und Veranstaltungenin 2020 dem Virus zum Opfer fielen, brennt er darauf, den Komet-Lesern wieder von erfolgreichen Veranstaltungen berichten zu können.

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