„Dou mäi mer hie!“

Herbstvergnügen statt Michaelis-Kirchweih. Breite Wege..
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Herbstvergnügen anstatt Michaelis-Kirchweih

 

Die Fürther Schausteller hatten Glück und Petrus hat sie mit einem goldenen Herbst begleitet. Die Franken lieben die legendäre Michaelis-Kirchweih, jene einzigartige Mischung mit Schaustellern und Marktbeschickern und halten ihr auch in der Krise die Treue.Der Klassiker mit überregionaler Ausstrahlung und Beschickern aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie seit 2018 mit dem Status des „Immateriellen Kulturerbes“ versehen, fiel in diesem Jahr kleiner aus –bedeutend kleiner. Statt 271 Beschicker 2019 waren es in diesem Jahr, unter den besonderen Bedingungen, genau 51. Das erste Wochenende mit dem Feiertag zur Deutschen Einheit hat so einen großen Besucheransturm gebracht, dass die eingesetzten Securitykräfte ordnend eingreifen mussten und dank der Vernunft des Publikums ist die gute Stimmung nicht getrübt worden. Hinter den Kulissen wurde zeitgleich aufgeregt eine Schließung wegen Überfüllung diskutiert –die aber, gottseidank, nicht umgesetzt werden musste. Die Stadt Fürth, Markt-und Liegenschaftsamt mit André Hollitzer (Sachgebietsleiter) und Thomas Oberndorfer (Marktmeister) sowie Helmut Dölle von der Sektion Fürth des Süddeutschen Schaustellerverbandes und Eduard Wentzel, BLV-Bezirksstellenleiter in Fürth, haben nach 16 Spieltagen am 18. Oktober eine überaus zufriedene Bilanz gezogen. Es war der gemeinsame Wille der drei Partner, eine Veranstaltung unter den geltenden Hygiene-und Sicherheitsauflagen auf die Beine zu stellen –unabhängig von einzelnen Verbandsinteressen. Das ist gelungen und kann nur als Wegweiser für die Zukunft dienen.

 

Ein Dank der Schaustellervertreter geht an die Stadt Fürth für die kostenfreie Nutzung der Spielflächen. Jeweils individuell bezahlt werden musste die notwendige Infrastruktur (u. a. Strom) sowie die Hygienemaßnahmen.Schon den ganzen Sommer über hat ein Hauch von Kirchweih über der Fürther Innenstadt gelegen –mit dem Riesenrad auf der Freiheit, dem Vesper-Carré am Paradiesbrunnen und weiteren Kärwa-Schmankerln am Bahnhofplatz. Die Stadt ist damit Schaustellern und Marktkaufleuten entgegengekommen und hat eine Verdienstmöglichkeit geschaffen. Das Herbstvergnügen hat demselben Zweck gedient. „Wir tun es vor allem für die Schausteller-Familien“, sagte Oberbürgermeister Thomas Jung beim Pressetermin vor dem Riesenrad.Vier SpielorteBahnhofsplatz, die Fürther Freiheit, die Kleinen Freiheit und der Hallplatz konnten die Kärwa zwar nicht ersetzen, aber doch für eine gute Unterhaltung und echten Familienspaß sorgen. Zu den großen Attraktionen haben das Riesenrad Orion II (M. Drliczek), Autoscooter (Perz), Glaswerk (Ulrich) und der Wellenflieger Volare (R. Drliczek) gezählt. Das geplante Gastspiel eines Breakdance-Karussells hat leider nicht geklappt. Kulinarisch unverzichtbar in Fürth die „Baggers“ (Reibekuchen) unter der bewährten Grauberger-Regie, dazu Bauers „Rollende Metzgerei“ und Dölle’s „Altes Brathaus“ –wenn auch nur in der kleinen Version.Fürth firstBei der Auswahl der Betriebe ist man in diesem Jahr nach dem Prinzip „Fürth first“ vorgegangen, so Wirtschafts-und Kärwareferent Horst Müller. An ein normales Bewerbungs-und Entscheidungsprozedere sei „nicht zu denken“ gewesen. Bei der Platzvergabe waren aufgrund der Sondersituation die beiden Schaustellerverbände federführend. Ausgewählt wurden schließlich alteingesessene Betriebe aus Fürth Stadt und Land, die seit vielen Jahrzehnten das Gesicht der Michaelis-Kirchweih mitprägen.

 

Insbesondere habe man auch einem Teil der sonst zugelassenen Markthändler die Chance auf Umsatz bieten wollen, denn „sie sind doch mit ein entscheidender Faktor dafür gewesen, dass die Kirchweih zum Kulturerbe gekürt wurde“, so Müller. Auf Zeremonien und Höhepunkte wie beispielsweise den volkstümlichen Bieranstich, den berühmten Erntedankfestzug sowie die zwei aktuell heftig diskutierten –und beim Publikum äußerst beliebten –Feuerwerke mussten die Besucher heuer verzichten. Es gab keine reinen Ausschankbetriebe. An den Imbissbetrieben wurden neben alkoholfreien Getränken jedoch Bier in Flaschen verkauft. Andere alkoholische Getränke wurden nicht ausgeschenkt. Beim Besuch des Biergartens auf der kleinen Freiheit musste ein Registrierungsformular ausgefüllt werden. 2017 ist erstmals die „Fürther Kärwazeitung“ mit einer kostenlos verteilten Auflage von 30.000 Stück erschienen. Das Redaktionsteam mit Michael Krauß, Frank Drechsler, Nicole Schoger und Christian Kolb hat mit Geschichte und vielen Geschichten rund um die Veranstaltung schnell Freunde und Leser gewonnen. Auch jetzt, 2020, gab es wieder eine neue Ausgabe, allerdings in reduziertem Umfang und mit kleinerer Auflage.Kärwa 2021Die Planungen für die Michaelis-Kirchweih 2021 laufen derzeit auf Hochtouren. Termin ist Samstag, 2. Oktober bis Mittwoch, 13. Oktober. Eine außerplanmäßige Verlängerung bis zum Sonntag, 17. Oktober, ist möglich und wünschenswert.

Text und Fotos: Helmut Bresler

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