Düsseldorfer Winterzauber

Winterzauber Düsseldorf - Impression
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Beschicker halten trotz Lockdown Verlängerung durch!

 

Auf den Düsseldorfer Heimatsommer, den der damalige Oberbürgermeister Thomas Geisel den Schaustellern als Ersatz für die ausgefallene Rheinkirmes ermöglichte, folgte fast übergangslos der Winterzauber. Der Weihnachtsmarkt in Düsseldorf musste aufgrund der steigenden Infektionszahlen Ende Oktober abgesagt werden, was schlichtweg ein Desaster für die Beschicker war. Mehr als 53 Prozent der Erwachsenen vermissen laut einer Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts den Besuch eines Weihnachtsmarktes. Die Hoffnungen waren im Oktober noch groß, zumindest einen Weihnachtsmarkt mit Eisbahn zu veranstalten. Der Ende September neugewählte Oberbürgermeister Stephan Keller hat ein Herz für die Schausteller. Dank frühzeitig aufgenommener guter Kontakte vom Düsseldorfer Schaustellervorsitzenden Oliver Wilmering durften 40 Schausteller wieder an verschiedenen zentralen Orten als Insellösung mit entsprechendem Publikumsverkehr ihre Buden platzieren oder auch gleich aufgebaut lassen. „Wir sind der Stadtspitze und besonders dem OB sehr dankbar, dass solche Aktionen durchgeführt werden können.“, sagt Oliver Wilmering. So war so etwas wie Weihnachtsmarktatmosphäre an sieben Standorten entstanden. Die zwei Kinderkarussells von Schmelter und Fellerhoff hat man wegen der Einschränkungen der Kontakte nicht in Betrieb nehmen dürfen. Rund um das Riesenrad, das ebenfalls ab 2. November den Betrieb einstellen musste, hatte Ossi Bruch wieder sein Weihnachtsdorf gebaut, das angesichts der wenigen zur Verfügung stehenden Ressourcen nur einheimische Kollegen berücksichtigen konnte, das versteht sich von selbst. Damit hat der neue OB den Schaustellern in einer schwierigen Situation wirklich geholfen. Dies kann man gar nicht genug würdigen, denn in vielen großen Nachbarstädten durften gar keineGeschäfte gebaut werden. Immerhin hatten viele Kollegen das ganze Jahr kaum Umsätze zu verzeichnen.Die Einnahmen auf dem „Heimatwinter“ waren natürlich keineswegs mit dem originalen Düsseldorfer Weihnachtsmarkt vergleichbar und waren der sprichwörtliche Tropfen zum Überleben. Mit der zweiten Lockdown-Verlängerung ab 16. Dezember und den damit verbundenen Geschäftsschließungen im Einzelhandel ist die Besucherfrequenz in der Innenstadt erheblich gesunken. Dennoch haben die Schausteller ihre Geschäfte auch am zweiten Weihnachtsfeiertag offengehalten, da nur Gastronomie wie Imbiss, Mandel-und Süßwaren, aber keine alkoholischen Getränke angeboten wurden und diese durchaus zur Systemrelevanz zählen. Gerade im Innenstadtbereich sind Bratwurst, Crêpes, Hotdogs, Burger und Co. zur Mittagszeit gut gekommen, da viele ansässige Betriebe ihre Kantinen geschlossen halten müssen. Also haben die Bediensteten, sofern sie sich nicht im Homeoffice waren, gerne das leckere Angebot der Schausteller genutzt. Direkt am Stand hat man aufgrund der Coronaschutzregeln nichts verzehrt dürfen, sondern es musste Abstand gehalten werden. Glühweinverkauf war den Schaustellern auf dem Rathausplatz untersagt worden.

Ein ortsansässiger Gastronom, sonst mit einem großen Weinstand auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus, hat jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft Glühwein „to go“ aus der Bügelflasche vor seinem Lokal verkaufen dürfen! Die Schausteller konnten nur zusehen. Wo bleibt da die Gleichberechtigung? Sein Verkauf wurde später aber auch eingestellt. Bis auf Weiteres dürfen die Beschicker noch in der Innenstadt ihre Geschäfte bis Ende Januar betreiben. „Wir werden Ende des Monats entscheiden, wie es weitergeht.“, sagt Wilmering. „Wir waren bis zum Lockdown zufrieden. Seit dem Lockdown des Einzelhandels ist es aber schwer geworden. Hier geht es nicht um große Umsätze, sondern darum, dass die Familien ohne den Einsatz von weiterem Personal ihre Kühlschränke füllen können. Kosten müssen für Strom, Wasser und Desinfektionsmittel gedeckt werden. Zudemist es für die Psyche wichtig, eine Aufgabe zu haben.“

Verschiedene Aktionen haben den Winterzauber begleitet. Rund 200 Dekoweihnachtsbäume wurden an die Bürger der Stadt Düsseldorf vor Weihnachten verschenkt. Zum vierten Advent wurde für die Aktion Lichtblicke, die soziale Zwecke unterstützt, gesammelt. 760 Euro sind zusammengekommen, die der Schaustellerverband auf 1.000 Euro aufgerundet und als Spende bereitgestellt hat.

Der Schaustellervorsitzende unterstützte die Schutzmaskenkampagne von OB Keller vor dem Hintergrund, dass wieder Kirmes stattfinden möge. Auch die Stadtteile sind nicht ganz ohne kleine Weihnachtsmarktatmosphäre geblieben. In Derendorf hat Jürgen Meyer mit Kollegen auf der stark frequentierten Nordstraße einige der bekannten Gastrostände aufgebaut. Rund vier Buden mit Crêpes und Reibekuchen und eine große Weihnachtstanne haben in Benrath die Einkaufszone bereichert, für das sich die Familien Bruch-Schneider verantwortlich gezeigt haben. Auch der Stadtteil Kaiserswerth hat sein kleines Weihnachtsambiente erhalten, denn Familie Hermann hatte wie jedes Jahr ihr kleines Dorf dort aufgebaut. Getränkeverkauf mit Glühwein und sonstigem Alkohol hat es jedoch nirgendwo gegeben. Eine besondere Aktion hatte der Veranstalter D-Live mit Schaustellerbeteiligung an und in der Düsseldorf Arena Mitte November in Planung. Ein Drive-in-Weihnachtsmarkt sollte es werden! Autos sollten rund um die Arena an rund 30 weihnachtlich dekorierten Buden stoppen. Die Menschen hätten jedoch nicht aussteigen dürfen, sich aber gastronomisch versorgen lassen und weihnachtliche Artikel kaufen dürfen. Ein Kooperationspartner sollte für Lichter, Deko und große leuchtende Figuren sorgen, die auf dem Rasen der Arena aufgebaut werden sollten. 20 Euro sollten als Ticketpreis dafür fällig werden. Doch die Planungszeit war wohl zu knapp bemessen für die Aktion, denn die schöne Idee wurde nach kurzer Zeit wieder verworfen. Coronafälle im Produktionsteam wurden dafür verantwortlich gemacht.

Für 2021 plant die Düsseldorf Tourismus (DT) wieder einen normalen Weihnachtsmarkt. Veranstaltungen mit solcher Magnetwirkung sind wichtig, um Besucher in die Stadt zu bringen, wenn die Lage es wieder erlaubt. Hotellerie und Gastronomie sind darauf angewiesen. Auch für die Schausteller ist diese Frage existenziell, so Frank Schrader von der DT. Das sieht auch Schützen-Chef Lothar Inden bezüglich der Rheinkirmes so. „Selbstverständlich läuft bei unseren Planungen alles darauf hinaus, dass sie dieses Jahr vom 16. bis 25. Juli stattfinden kann“. Im Vorstand gebe es bereits Gespräche, in denen verschiedene mögliche Szenarien und Hygienekonzepte beraten werden, um gerüstet zu sein und auf die Entwicklungen der Pandemie reagieren zu können.

Text und Fotos: Martin Wehmeyer

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