Eine rühmliche Ausnahme

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Der „Marché de Noël d’Amneville“ hat stattgefunden!

 

Der einzige Weihnachtsmarkt in Lothringen, in der Region „Grand Est“ oder gar in ganz Frankreich hat vom 9. bis 27 Dezember stattgefunden. Wirklich verwunderlich bei der Lage zum Ende des Jahres, wo Deutschland vorgelegt hat und alle Veranstaltungen abgesagt sowie Freizeiteinrichtungen dichtgemacht hat. Belgien hat das öffentliche Leben ebenfalls runtergefahren, Luxemburg und die Niederlande sind schließlich nachgezogen. Auch in Frankreich war die Lage nicht entspannter –umso erfreulicher war die Botschaft, dass man trotz der widrigen Umstände an einer derartigen Veranstaltung festhält. Eine Geste, die so wichtig war, Mut zu machen in diesen dunklen Zeiten, die man sich auch so sehr in Deutschland gewünscht hätte. Aber die Abänderung bestehender Gesetze rund um den Infektionsschutz haben keinen Spielraum gelassen und selbst die selbstbewusstesten Veranstalter letztendlich zum Einknicken gebracht. Als der Markt dann auch wirklich seine Pforten für die Öffentlichkeit aufgesperrt hat, ist dies einer kleinen Sensation gleich gekommen. Etwas zu planen und anzukündigen ist die eine Sache, es dann aber wirklich durchzuziehen, wieder eine ganz andere Hausnummer. Dabei dürften die Veranstalter noch bis zum Schluss gebibbert haben, denn die finale Genehmigung durch die Präfekturdienste erreichte die Organisatoren erst am Montag, 30. November, in den späten Abendstunden.

Die Holzchalets sind auf einem neuen Platz installiert worden, wo man so bauen konnte, dass keine kleinen engen Gassen entstanden sind. Es hat einen Eingang, einen Ausgang und eine Bewegungsrichtung innerhalb des Marktes gegeben, um Zugang zu den insgesamt 32 Ständen zu erhalten, die wochentags von 16 bis 21 Uhr und am Wochenende von 11 bis 21 Uhr geöffnet waren. Diese Zeiten in ihrer finalen Version wurden am 11. Dezember nochmals leicht angepasst. Während der Spielzeit konnte man neben zahlreichen Leckereien auch bei lokalen Händlern tolle Weihnachtsgeschenke und Deko kaufen, diese somit unterstützen oder sich einfach nur ein bisschen des zauberhaften Flairs gönnen. Dieser Flair wurde durch die Dekoration, weihnachtliche Klänge, Riesenrad, Kinderkarussell und das besondere und stilvolle Weihnachtsbaumkarussell noch verstärkt. Ein richtiger Weihnachtsmarkt mit allem, was dazu gehört!Aber ohne Vorschriften, Regeln und ein strenges Hygienekonzept war natürlich auch hier nichts machbar. Aber wer jetzt wirklich neue Vorschriften erwartet, der wird wohl enttäuscht werden. Im Endeffekt sind es dieselben, die wir ja auch schon zur Genüge aus den zahlreichen Pop-up-Parks, die im Sommer stattgefunden haben, kennen. So z. B. das Tragen einer obligatorischen Maske, die Verpflegung nur „to go“, zahlreiche Desinfektionsspender mit hydroalkoholischem Gel und die Begrenzung der Besucherzahlen auf maximal 500 zur gleichen Zeit. Zusätzlich hat man sich auch Gedanken über die Terrorabwehr gemacht und Betonblöcke als Sperren im Eingangs-und Ausgangsbereich platziert, um ein Desaster wie bei dem Attentat vor vier Jahren in Berlin zu verhindern und die Präsenz von Sicherheitsbehörden auf dem Gelände war sehr hoch.

Der Veranstalter Manuel Castilla von der Agentur Play Régie Pub erklärte der „Franceinfo Grand Est“ die Wichtigkeit: „Das Ziel ist es, den Händlern zu helfen und alles zum Leben zu erwecken, denn alle sind von der zweiten Welle von Covid-19 frontal getroffen worden. Es geht darum, Geschäfte zu retten. Die Händler müssen wirklich arbeiten.“Und welche Bilanz kann man nun ziehen? Glückliche und auch zufriedene Händler, strahlende Kinderaugen und kein bekanntgewordener nennenswerter negativer Einfluss auf das Infektionsgeschehen. Alles hat funktioniert! Warum auch nicht, was ist jetzt anders als im Sommer, außer dass die Infektionszahlen im Allgemeinen höher sind, was letztendlich auch anteilig auf erhöhte Testkapazitäten und die kalte, feuchte Jahreszeit zurückzuführen ist.

In den USA konnten die Menschen auch die magische und romantische Vorweihnachtszeit in geöffneten Freizeitparks genießen. Disney und Co. wissen dies in Szene zu setzen, was auch das spektakuläre Feuerwerk in Walt Disney World zum Jahreswechsel beweist. Glück für alle, die Möglichkeiten erhalten haben, ein bisschen Freude zu erleben und bitter für jede abgesagte Veranstaltung, die den Leuten einen kleinen Lichtblick hätte bieten können und Pech für jeden Händler und Schausteller der leer ausgegangen ist in diesem Coronawinter.

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