Feste in Aschaffenburg in Zeiten von Corona

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Ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister Jürgen Herzing

Unser Aschaffenburger OB, Jürgen Herzing, ist nun seit einem Jahr im Amt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte der 60jährige gleich schwierige Entscheidungen zu treffen. In der unterfränkischen Stadt am Main mit 71.000 Einwohnern feiert man gerne große und kleine Feste.

Was mussten Sie in dieser Zeit mit Ihren zuständigen Mitarbeitern entscheiden?

„Wir hatten aufgrund der Pandemie keine Wahl. Wir mussten alle Veranstaltungen mit größerer Personenanzahl absagen, den Fischmarkt, das Volksfest, das Stadtfest und sogar den Weihnachtsmarkt und viele kleine Feste. Viele haben von sich aus den Rückzieher gemacht, weil sie das Risiko nicht eingehen konnten. Kurzum, alles das, was am Rande der Arbeitstätigkeit Spaß macht, am Wochenende zusammen ein Bier trinken, Karussell fahren auf dem Volksfest alles, was ich so richtig gerne mache musste ich leider kraft meines Amtes absagen. Diese Verantwortung hatte ich – dazu stehe ich – aber es ist mir sehr schwergefallen.“

Das war alles noch im vergangenen Jahr zu Beginn Ihrer Amtszeit 2020. Jetzt sind wir ein Jahr weiter, wir schreiben Mai 2021. Aschaffenburg hat im Moment relativ gute Inzidenzzahlen. Aber dennoch, die ersten Veranstaltungen bis in den September hinein mussten ersatzlos gestrichen werden.

„Es ist nicht machbar, Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern und einem entsprechenden Hygienekonzept durchzuführen, wirtschaftlich ist es überhaupt nicht machbar. Deswegen haben wir bis in den Herbst hinein unsere Großveranstaltungen abgesagt. Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Jahresende, egal, was wir machen, noch Einschränkungen haben. Wenn wir es hinbekommen, dass am Jahresende ein Weihnachtsmarkt, in welcher Art auch immer stattfinden kann, dann glaube ich, dass wir dann auf einem richtig guten Weg sind.“

Es sieht so aus, dass wir vielleicht mit einem Weihnachtsmarkt evtl. in einer abgespeckten Version rechnen können, aber sicher ist zurzeit noch gar nichts.

„Wir haben ja im vergangenen Jahr alle möglichen Register gezogen und waren alle gewillt die Verwaltung, der Stadtrat, die Schausteller und Marktkaufleute etwas hinzubekommen. Das war allerdings zum Schluss aussichtslos und hätte vermutlich ein wirtschaftliches Debakel für die Schausteller gebracht und deswegen haben wir alle die Notbremse gezogen. Ich schließe für dieses Jahr nicht aus, dass wir was hinbekommen. Wir arbeiten wieder genauso hart daran und diskutieren alle Möglichkeiten. Letztendlich muss es sich aber bei allem Spaß auch für die Beteiligten lohnen. Wenn wir nur Geld ausgeben und wirtschaftlich nichts über bleibt, dann sind alle gebeutelt. Das wollen wir den Schaustellern und Marktkaufleuten nicht zumuten.“

Das Wort „Schausteller“ bringt mich auf einen Punkt. Wir haben in Aschaffenburg zwei verschiedene Verbände. Ich denke hier an Betriebe wie Autoscooter, Schießwagen, Losbuden, Ringewerfen u. ä. Für die ist eigentlich nichts zu verdienen. Gibt es irgendwelche Zuschüsse oder Unterstützung für diesen Bereich?

„Von der Stadt können wir hier nichts leisten, das war von Anfang an klar. Hier sind nur staatliche Hilfen möglich. Nachdem nun die Zahlen wieder zurückgegangen sind, helfen wir gerne, wo es möglich ist.So haben wir in diesem Jahr wieder an verschiedenen Punkten der Stadt Flächen für gastronomische Betriebe zur Verfügung gestellt. Auch für zwei bis drei kleine Kinderfahrgeschäfte gibt es Möglichkeiten. Großfahrgeschäfte sind in der Stadt leider nicht möglich. Trotzdem plant die Stadt kleinere Musikveranstaltungen und eine Sommerbühne in einem Park. Da bekommen wir vom Bund Zuschüsse um Künstler zu engagieren. Für die Schausteller sind dabei keine großen Umsätze zu erwarten. Die Standorte werden gewechselt, damit auch hier Gleichheit besteht und Geschäfte sich lohnen können. Wichtig ist, dass auch Kontakte erhalten bleiben. Davon leben auch die Betriebe.“

Also, man kann sagen, die Stadt Aschaffenburg bemüht sich mit ihren Möglichkeiten zu helfen, um etwas für Geselligkeit, Kunst und Kultur und auch Brauchtum (dazu zählen die Volksfeste) zu tun.

„Ja, wir haben uns in vielfältiger Art und Weise engagiert. Wir haben die Gastronomie unterstützt und diverse Biergärten zugelassen. Da war auch der ein oder andere Schausteller mit seiner Würstchenbude, Süßigkeiten, Eis oder anderen Leckereien dabei. Wir versuchen zu helfen, wo es möglich. Wir sind emotional nahe bei den Marktkaufleuten und Schaustellern, da wir uns persönlich schon viele Jahre kennen.“

Vielen Dank für das Gespräch. Ich hoffe, wir sehen uns demnächst mal wieder OHNE Maske und Beschränkungen und hoffen dass die Schausteller und Marktkaufleute bald wieder „Licht am Ende des Tunnels“ sehen.

„Ich würde gerne konkreter werden doch ich gehe davon aus, dass wir uns nächstes Jahr beim Volksfest, beim Bieranstich, beim Rundgang wiedersehen und denke, dass es bald wieder aufwärtsgeht.“

Text und Foto Rainer Kuhn

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