Frühlingsfest in Nürnberg

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Süddeutschlands größtes Frühlingsfest eröffnete am Ostersamstag

 

Mit rund 170 Beschickern startete das fränkisch Großereignis in die 16-tägige Spielzeit vom Ostersamstag bis einschließlich dem Tag der Arbeit, 1. Mai 2022. Nach den „Nürnberger Sommertagen” 2020 in der Innenstadt und dem temporären Freizeitpark „NürnBärLand“ im letzten Jahr kehrt jetzt die Normalität zurück. Es gibt spektakuläre Neuheiten – nicht nur bei den Fahrgeschäften.

 

Paukenschlag drei Wochen vor der Eröffnung. Dem Vorsitzenden des Süddeutschen Schaustellerverbandes und DSB-Vizepräsident, Lorenz Kalb, gelingt ein clevererer strategischer Schachzug. Der Festplatz wird neu strukturiert und er präsentierte bei der Pressekonferenz ein neues Gastrokonzept im Zentrum des Volksfestplatzes. Damit hat er eine weitere Steigerung der Attraktivität im Auge. Die Chancen dafür stehen bestens, denn die Gebrüder Röschke sind Gastronomieprofis und haben allen Veranstaltungen, die sie bisher unter ihre Fittiche nahmen, zum Erfolg verholfen. Ein Beispiel dafür ist der Nürnberger Opernball, dem sie überregionale Aufmerksamkeit verschafft haben. Jetzt wagen sie den Sprung ins kalte Wasser und stellen auf einer Gesamtfläche von rund 2.500 Quadratmetern erstmals ihr „Volksfest-Herzla“ vor.

Alle sind auf die Umsetzung dieses gastronomischen Konzeptes gespannt

Im Zentrum steht ein massiver, doppelstöckiger, stilvoller Holzbau mit Balkon, 800 Sitzplätze, umringt von Terrasse und Festgarten sowie mehreren Bühnen. Im Ausschank die fränkischen Bierspezialitäten von Tucher, Partner des Süddeutschen Schaustellerverbandes. Die Speisekarte ist bewusst fränkisch gehalten und bietet alles für den großen und den kleinen Appetit. Damit kehrt neues Leben in den Begriff der „Erlebnisgastronomie“ ein.

Neuheiten
Premiere in Nürnberg auf dem Festplatz im Naherholungsgebiet Dutzendteich feiern das rasante Schienengeschäft „Heidi – The Coaster” von Ewald Schneider und der „Bayern Tower”, der höchste Maibaum der Welt von A. E. Kaiser Freizeittechnologie. Erstmals baut mit cirka 48 Metern Höhe das Sonnen-Riesenrad der Firma Barth auf. Es erwartet die Besucher mit einem offenen Gondelkonzept. Ein Wiedersehen gibt es mit dem Musikexpress „Jaguar” und dem klassischen Wellenflug von Michael Distel, der Wildwasserbahn von Bergmann, dem Hupferl „Swing Time” von Kollmann, „Frisbee” von Ruppert, „Voodoo Jumper” von Schäfer, „Roll Over” von Zinnecker und dem Klassiker „Break-Dance” von Wolf sowie der „Petersburger Schlittenfahrt” von Burgdorf & Radünz.

Drei Autoscooterbetriebe, von Braun, Krug und Eschenbacher, erwarten die Fahrgäste. Wer es gerne hoch und mit Überschlag mag – der ist im „Black Out” von Störzer und im „XXL-Racer” von Goetzke & Bergmann gut aufgehoben. Gleich drei Achterbahnen sind mit dabei: Neben der bereits erwähnten Neuheit „Heidi – The Coaster” sind es die „Wilde Maus” von Münch und das Schienengeschäft für heranwachsende Achterbahnfreunde „Bugs & Bees” von E. Kaiser.
15 Kindergeschäfte sorgen bei den jungen Kunden für leuchtende Augen. Die Sparte Schau und Belustigung hat sieben Angebote. Dazu zählen die „Mäusestadt” von Brambach, die Laufgeschäfte „Viva Cuba” von Hartmann, „Aqua Velis” von Hofmann und „Magic House” con Kutschenbauer. Rund geht es im „Action House” von Schmelter & Dreßen und ein besonderes Erlebnis garantiert das „Big Pictures Kino” von Sonntag. Nach einem aufwendigen Umbau mit einem neuen Erscheinungsbild und mit neuen Effekten sorgt die Familie Kunz mit ihrer Doppelstockbahn „Geister-Schloss” für überraschende Momente.
Breit gefächert ist das Angebot der Imbiss- und Ausschankbetriebe – über 45 Auswahlmöglichkeiten stehen den Besuchern zur Verfügung. Fünf reisende Zeltgaststätten mit Vollrestauration freuen sich auf Gäste. Mit dabei ist auch wieder das Festzelt Papert, das erstmals auf einen neuen Standplatz umzieht.

Aktionsprogramm
Nur drei Punkte seien an dieser Stelle kurz genannt. Es beginnt mit dem traditionellen verbilligten Gutscheinheftverkauf zur Eröffnung, der am Ostersamstag stattfindet und heuer zugunsten von Familien aus Nürnbergs ukrainischer Partnerstadt Charkiw läuft. Die Schausteller werden den Reinerlös verdoppeln und 5.000.- Euro spenden. Auch während der Festtage werden immer wieder Familien mit Kindern, die aus der Ukraine flüchten mussten, zu einem Volksfestbummel eingeladen. Ferner der italienische Themenabend mit dem Bezug zu den befreundeten Nürnberger Kommunen Venedig und Verona am 21. April, sowie die Premiere einer Drohnen-Show bei der „Nacht der 1000 Lichter” am 22. April. Es gilt das Motto: Alle Lichter am Platz aus – Tausende Kerzen an. 50 Drohnen werden aufsteigen und beeindruckende Bilder in den Himmel zaubern, untermalt von der dazu passenden Musik. Zum Finale am Abend des letzten Spieltages lockt ein klassisches Brillant-Hochfeuerwerk.
Es ist angerichtet. Das große Nürnberger Frühlingsfest 2022 ist gestartet. Wir sind das Familienfest!

O’gstochn is!
Traumhafter Saisonstart am Ostersamstag. Dichtes Gedränge in den Feststraßen und rappelvolle Biergärten. Es ist Anstich-Zeit, erstmals unter freiem Himmel. Mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann war die Landespolitik hervorragend vertreten. Und Lorenz Kalb wusste die große Bühne perfekt zu nutzen: „Ich bin glücklich, wenn ich leuchtende Augen sehe. Die Menschen haben uns vermisst. Wir sind systemrelevant. Es darf nie mehr ein Volksfest abgesagt werden!“ Obwohl auf den großen Aufmarsch mit Pauken und Trompeten, mit Festplatz-Umzug und den traditionellen Böller-Schüssen verzichtet wurde, war es gelungener Einstand zur Eröffnung des 74. Nürnberger Frühlingsfestes.

Lasst uns anstoßen – auf ein friedliches und erfolgreiches Nürnberger Frühlingsfest!
Foto: Süddeutscher Schaustellerverband/Berny Meyer

Schon am frühen Nachmittag strömte das Publikum. Die Sehnsucht der Menschen nach Entspannung von den Alltagssorgen war spürbar. Traditionell ist das Würzburger Frühlingsfest der Saisonstart und viele Kollegen sind von Unterfranken nach Nürnberg weitergereist und haben gute Erfahrungen mitgebracht. „Wenn das Wetter passt, dann drängten die Menschen auf die Talavera“, so der einhellige Tenor. Diese positiven Rückmeldungen ermutigen die Schausteller. Zu den großen Sorgenthemen zählen heute die explodierenden Energiepreise, die Teuerung beim Wareneinkauf und die Spritkosten. Demgegenüber stehen die „volkstümlichen Preise“, die ein Volksfest attraktiv machen. Der Spagat wird immer schwieriger.

Der Festplatz mit 100.000 Quadratmetern ist wieder komplett bebaut. Der Rundgang, an allen Geschäften vorbei, erreicht eine Länge von 1.114 Metern. Auch der überaus beliebte Familientag mit halben Preisen von 13 bis 21 Uhr ist an jedem Mittwoch wieder im Angebot – zwei Jahre lang hat ihn das Publikum sehr vermisst. Obwohl ein Corona-Test für den Besuch des Frühlingsfestes nicht erforderlich ist, gibt es eine Teststation in der Nähe des Festzeltes und der Impfbus der Stadt Nürnberg öffnet am Nachmittag neben dem Riesenrad.

Text und Fotos: Helmut Bresler

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