Interview mit Ruben Cordes

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Wie wir schon seit vielen Jahren berichten, beginnt die Kirmessaison in Ostwestfalen stets im Februar in Versmold mit dem St. Petri-Markt. Jemanden, den man dort eigentlich immer trifft, ist der jüngst 30 Jahre jung gewordene Ruben Cordes. Den eingefleischten Kirmesfan, Modellbauer und Werbetechniker stellen wir in diesem Interview vor.

Wann und wie wurdest du mit dem Kirmesvirus infiziert?

„Wahrscheinlich schon im Februar 1993, im zarten Alter von zwei Jahren. Ich habe, aus der neuen Wohnung meiner Eltern tagelang den Aufbau meiner Heimatkirmes verfolgt. Das war quasi Liebe auf den ersten Blick das erste Mal wirklich den St. Petri-Markt wahrgenommen und zack verknallt.“

Kannst du dich noch an dein erstes Kirmeserlebnis erinnern? Oder an eines deiner frühen Kindheit?

„Mir wird immer erzählt, dass ich mich als Kind auf den Boden gelegt habe, um die Technik unter den Karussells zu sehen. Dieser Rückblick ist allerdings, sagen wir: verschwommen. Meine erste wirkliche Erinnerung ist, wie Familie Bruch sich mit einem Transport der „Crazy Beach Party“ festgefahren hat. Das war direkt vor unserer Haustür.“

Wie hast du den St. Petri-Markt in deiner Kindheit sonst erlebt?

„Attraktiver und gefüllter als heute. Es war definitiv enger und gemütlicher.“

Wann und wie wurde daraus ein Hobby?

„Kirmes nachgespielt habe ich schon immer. Mit Lego, Playmobil und SIKU. Auch habe ich noch viele Bilder, wo ich Karussells „gemalt“ habe.Ein Hobby ist esim Alter von zehn bis elf Jahren mit den ersten Faller Modellen geworden.“

Erzähle doch bitte etwas über deine Modelle und deine Erfahrungen.

„Mit den oft wirklich tollen Faller Bausätzen habe ich angefangen. Später habe ich aber auch selbst Modelle gebaut und an Ausstellungen teilgenommen. Das mache ich auch heute noch ein- bis zweimal im Jahr mit meiner transportablen Modellkirmes. Mein erstes eigenes Modell war ein Huss Booster auf Basis des Faller Break Dancers.Mein jüngstes, komplett selbst gebautesModell ist übrigens witzigerweise der „Ghost Rider“ von Löffelhardt. Ich habe durch den Kirmesmodellbau tolle Freunde kennengelernt, mit denen ich auch abseits der Kirmes regelmäßig etwas unternehme und in Kontakt stehe.“

In welcher Beziehung stehst du heute zu Sünne Peider? Was bedeutet dir diese Veranstaltung?

„Meine Heimatveranstaltung ist immer noch das Highlight für mich. Auch wenn ich viele andere und schöne Veranstaltungen kenne. Zu Hause ist es doch am schönsten mit Freunden bummeln wir durch die Straßen und sind oft bis zum frühen Morgen in der Kneipe oder im Zelt. Das gehört einfach dazu. Darüber hinaus gestalte ich eine 2000-fach gelikte Facebook-Seite und einen professionellen Kirmes-Lageplan.Natürlich kann ich, auch aus beruflichen Gründen, nicht mehr so über eine Veranstaltung gehen wie früher. In Versmold klappt das aber noch ganz gut.“

Erläutere in diesem Zusammenhang doch bitte „berufliche Gründe“. Als was arbeitest du und wie ist es dazu gekommen?

„Ich bin seit einigen Jahren selbstständig im Bereich Design, Grafik und Werbetechnik, natürlich hauptsächlich für Schaustellerbetriebe. Gelernt habe ich zuerst Zahntechniker, trotz abgeschlossener Ausbildung habe ich mich nicht langfristig dort gesehen. Deshalb habe ich eine zweiteAusbildung als Schilder-und Lichtreklamehersteller absolviert und auch als Geselle in diesem Beruf gearbeitet. Wie es dann so ist, kamen dann die ersten Bekannten aus dem Schaustellergewerbe mit der Frage „Kannst du uns mal was machen?“ Daraus resultiertelangfristig ein Kleingewerbe parallel zur Arbeit und inzwischen die komplette Selbstständigkeit. Die Kundschaft meines kleinen Unternehmens RC Graphic wächst von Jahr zu Jahr.“

Nenne doch bitte ein paar exemplarische Beispiele, welche Arbeiten du heutzutage erledigst.

„Das beginnt bei Platzanfragen und geht über Entwürfe, Design, Folierung, Schilder, Fahnen, Bauzaunplanen, Aufkleber und noch vieles mehr. Das Ganze individuell nach Kundenwunsch und nach eigenen Ideen! Ich biete alles außer Webdesign an.“

Worauf achtest du, wenn du privat eine Kirmes besuchst?

„Auf Gestaltung und Flair der Veranstaltung. Privat besuche ich z. B. gerne die Soester Allerheiligenkirmes. Es ist dort einfach einmalig schön.“

Wie siehst du die aktuelle Situation?

„Schwierig. Ich denke nicht, dass diese lange Tradition vollständig verloren geht. Vielleicht wird es zu den großen Veranstaltungen zukünftig eingezäunte reisende Luna Parks geben, die von Stadt zu Stadt ziehen, so wie es das schon seit Jahrzehnten in vielen anderen Ländern gibt.Natürlich hoffe ich, dass alles wieder in die Normalität zurückkehren wird und ich 2022 wieder mit Freunden den heimischen St. Petri-Markt besuchen kann so wie wir es immer gemacht haben.“

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