Keine Kompromisse in Leipzig

Big Splash in Leipzig
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Wenn Rummel in Leipzig, dann „Kleinmesse“!

 

Seit Mitte Juli waren in Sachsen aufgrund der äußerst niedrigen Coronafallzahlen wieder Volksfeste erlaubt. Ergo war es für die beiden Vorsitzenden des Schaustellervereins in Leipzig, Jürgen Seiferth und Fred Hofmann selbstverständlich, nach zwei abgesagten Veranstaltungen die „Kleinmesse“ nun wieder neu zu beleben – mit Erfolg!


„Endlich wieder Leipziger „Kleinmesse“ hat die Kopfzeile der giftgrünen Plakate gezeigt, die überaus großzügig in und um die einwohnerreichste Stadt des Freistaates aufgestellt wurden. Exakt so hat es sich während des Besuchs zwischen dem 11. September und 25. Oktober auch angefühlt: endlich wieder! Monatelang hatte man darauf gewartet, dass sich die Karussells neuerlich drehen durften. Die Zwangspause hat den meisten Beschickern ins Gesicht geschrieben gestanden. Gleichzeitig aber auch die Erleichterung, dass dem Beruf nach so langer Zeit wieder nachgegangen werden konnte. Für die Veranstalter wäre ein Pop-up-Park oder eine Umbenennung des Rummels keine Option gewesen. Die Leipziger „Kleinmesse“ ist und bleibt die Leipziger „Kleinmesse“. Nicht nur der Name, auch das Programm (Eröffnungs- und Abschlussfeuerwerk, Familientag, Öffnungszeiten bis 24 Uhr etc.) sind bestehen geblieben.
Tatsächlich hat es verglichen mit den Alternativlösungen in anderen Städten auch deutlich weniger Vorschriften gegeben, wie man sich als Besucher auf dem Festgelände am Cottaweg zu verhalten hatte. Besonders erfreulich war, dass Nasen- und Mundschutzmasken lediglich im Eingangsbereich und auf gekennzeichneten Attraktionen getragen werden mussten. Die Stimmung der Gäste war auffallend lockerer als bei einigen anderen temporären Freizeitparks. Gebotene Regeln wie das Desinfizieren der Hände, den nötigen Abstand zu anderen Personen und das Niesen in die Armbeuge wurden problemlos akzeptiert.

Veranstaltung in Leipzig wichtig für die Moral.

Den Leipzigern war es einfach wichtig, endlich wieder ein Vergnügungsangebot wahrnehmen zu können – und das Angebot war gut! Den Anfang hat Seiferths „Break Dance“ gemacht. Stars and Stripes prägen dieses Modell des Huss-Bestsellers, welches vor allem in den Abendstunden von der Jugend gestürmt wurde. Gleich nebenan hat der erste Autoscooter aufgebaut. Peters 2-Säuler „Starliner“ wartet seit Kurzem mit Drifting Cars auf und bietet somit ein völlig neues Fahrgefühl. Den ersten Kopfplatz hat Hofmann-Jehns „Freddy’s Company“ ein genommen. Das aberwitzige Laufgeschäft mit seinen einzigartigen Effekten regte die Lachmuskeln ordentlich an. Allein der Figur „Schrotti“ zu lauschen bereitete einen Riesen-Spaß! Ein Oldie aus dem Jahre 1963 hat hinter der ersten Linkskurve gewartet. Wiesers „Hurrican“ kann bis zu 24 Personen in 12 Fluggondeln befördern und bietet eine familienfreundliche Fahrt in zehn Metern Höhe. Deutlich wilder zur Sache ist es in Splitts „Flipper“ zugegangen. Moving Heads, Feuereffekte und neueste LED-Technik setzen das permanent verfeinerte Hochrundfahrgeschäft in der Dämmerung auf fantastische Art und Weise in Szene. Fun House Nummer zwei hatte den alpinen Charakter inne. Die Rede ist von Melchers „Gaudi Alm“. Über zwei Etagen verläuft der freudige Hindernisparcours, bei dem es allerlei lustige Details zu entdecken gibt.
Auf der gegenüberliegenden Seite hat Achterbahnspaß für die ganze Familie gelockt. Die historische und kulturelle Hauptstadt Mittelamerikas hat Pate für den Titel des Schienenvergnügens gestanden. Dabei ist die Bahn „MexicoCity“ genauso farbenfroh wie die Stadt selbst – nur etwas kinderfreundlicher. In einer Mischung aus elegantem Weiß und bunten Farben ist Jacobis „Butterfly“ gestaltet worden. Modernste LED-Displays statt der üblichen Scheinwerferblenden rahmen die Eingangsbereiche. Durch den neuen Look kann man kaum glauben, dass dieser Fähtz-Klassiker in seiner 45. Saison reist. Nach wie vor steigen Groß und Klein hier ein. Auch die nächste Großattraktion entstammt der Fahrzeug- und Maschinenfabrik aus Edelsberg. Die Berg- und Talbahn reist seit nunmehr acht Jahren unter Volklandts Regie. Nach mehreren Vorbesitzern und unterschiedlichen Betitelungen trägt das Geschäft seit dem Jahre 2012 den Namen „Hard Rock Express“. Ein spritziges Vergnügen war auf Klünders Wildwasserbahn garantiert. Der Name „Big Splash“ ist bei der Anlage Programm und hat bei den vor allen an den ersten Tagen überraschend hohen Temperaturen eine angenehme Abkühlung geboten. Auf den nächsten Metern konnte man bereits das Highlight der diesjährigen „Kleinmesse“-Ausgabe erspähen: Straubes frisch erstandener „Devil Rock“ wurde auf einem Kopfplatz präsentiert und hat alle Blicke auf sich gezogen. Die vollkommen überarbeitete Loopingmaschine wirkt durch ihre einzigartige Fahrt, die extrem hohe Rückwand, die überdimensionale Gitarre in der Mitte, die vielen tollen Lichteffekte usw. auf das Publikum wie ein Magnet. Nicht selten bildeten sich Menschentrauben vor dem Huss Megadance – sowohl Zuschauer als auch potenzielle Fahrgäste. Hinter dem nächsten Bogen ist dann der zweite Autoskooter des Platzes zu finden gewesen. Die Fahrt in Hickmanns „Top Car“ wird durch bewegte Lichteffekte und faszinierende neue LED-Technik zum modernen Discoerlebnis. Den Abschluss im großen Rundlauf machte Wiesers Kettenflieger.


Oldie but Goldie möchte man über das sehr gepflegte Karussell urteilen. Neben den genannten Großanlagen hat es einen sorgsam ausgewählten Mix an Reihengeschäften und Vergnügungsmöglichkeiten für die Kids gegeben. Der Nachwuchs hatte die Wahl zwischen einer mit vielen verschiedenen Fahrzeugen bestückten Buckelpiste, drei bunten Bodenkarussells, dem modernen Sportkarussell „Zauberwelt“, der Kinderschaukel „De Laguna“, einer im Wild West-Stil gehaltenen Ponyreitbahn und der strahlenden Kindereisenbahn „Circus Circus“. Verlosungen, Kugelstechen, Schießwagen, Automaten, Bogenschießen, Ballwerfen, Blumen pflücken oder auch das bei den Kleinen besonders beliebte Entenangeln habe Möglichkeiten des Gewinnens offeriert. Waffeln, Softeis, Slush und auch gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen, Schmalzkuchen, Zuckerwatte und Schokofrüchte haben süße Momente herbei gezaubert. Schafskäse im Fladenbrot, raffiniert belegtes Knobibrot, Hamburger nach amerikanischer Art, Pizza nach italienischer Art, gebackener Blumenkohl, heiße Maiskolben, frisch frittierte Pommes frites oder auch die klassische Currywurst waren begehrte Zwischenmahlzeiten.


Dass man beim klassischen Titel der „Kleinmesse“ geblieben ist, dass das Marktamt in Leipzig, allen voran der Amtsleiter Dr. Ebert zu 100 % hinter den Schaustellern gestanden hat, das breit aufgestellte Angebot, die sehr gut gestreute Werbung und auch das in weiten Teilen schöne Wetter haben die zwar einzige, aber deutlich verlängerte Form des diesjährigen Leipziger Rummels zum großen Erfolg werden lassen. Viele viele Menschen haben den Festplatz am Cottaweg besucht und sich überglücklich gezeigt, sich in den Freizeitspaß zu stürzen. Das Resümee der befragten Beschicker ist extrem positiv ausgefallen. Wenn die Coronafallzahlen hoffentlich im kommenden Frühjahr wieder sinken, kann man in der sächsischen Messe- und Universitätsstadt durchaus optimistisch auf das kommende Jahr blicken.
Text & Fotos: Dennis König

 

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