Ein neuer „Star“ dreht seine Runden

Ansicht des Bahnhofs und Deko - Movie Star 2
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„Movie Star 2“ – Riesenrad feiert offizielle Premiere in Münster.

In diesem Jahr ist alles anders und fremd, aber die Riesenräder als Stand-alone – Attraktionen sind definitiv die Gewinner der Saison. Ein besonders imposantes Exemplar hat die Firma Landwermann-Henschel nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit in Empfang genommen.

Die Experten der niederländischen Firma Mondial haben die Attraktion aus der Baureihe MCS 45/36 gefertigt und pünktlich ausgeliefert, sodass eine Vorpremiere in Luxemburg im Rahmen des Sommerprogramms „D’Stadt lieft“ gefeiert werden konnte. Dort ist das Rad im ‚Kinnekswis-Park‘ von Mitte Juli für insgesamt neun Wochen bis zum 13.9.2020 vor Anker gegangen. Eine gut durchdachte und gelungene Veranstaltung, die für alle Beteiligten aufgegangen ist. Hier konnte auch die Wandelfähigkeit der Neuheit unter Beweis gestellt werden, da man hier aus dem „Movie Star 2“ kurzer Hand das „Wheel of Summer“ gemacht hat, um sich dem Event anzupassen, was auch durchaus gewünscht ist.

Ursprünglich war der Start auf dem Volksfest in Hof und anschließende Gastspiele in Bayern, Bad Hersfeld und auf dem Send in Münster geplant, durch die Coronapandemie ist alles anders gekommen.
Nach dem Auslandsauftakt konnte die Deutschland-Premiere dann in Münster im Rahmen des „Mobilen Freizeitparks vor dem Schloss“ am 10.10.2020 gefeiert werden, wo auch die offizielle Eröffnung mit zahlreichen Gästen und inklusive Gottes Segen durch Schaustellerpfarrer Volker Drewes stattgefunden hat. Das „Movie Star 2“ ragt 48 Meter gen Himmel und kommt mit einem sehr exquisiten, aber dennoch simplen Design daher. Man hat eine Filmthematisierung durch die Firma Elfering umsetzen lassen und das ist auch prima gelungen, Hollywoodfeeling mit Abbildungen auf der Kasse, die sehr markant wirkt, Abbildungen auf den Zäunen und einem Airbrush auf dem Fahrstand. Besonders auffallend sind die 36 Glasgondeln, die von ihrer Form her ein wenig an Getränkedosen erinnern. Sie bieten Rundumblick, da sie komplett aus Glas konstruiert sind und ermöglichen so ungeahnt freie Gefühle. Dabei sind sie alle barrierefrei, sodass Rollstuhlfahrer oder auch die Familie mit Kinderwagen darin einsteigen kann, um die herrliche Aussicht über den Platz oder die Region zu genießen. Dafür gibt es eine Rampe, die verdeckt rechts oder links je nach Gefälle gebaut werden kann.
Von der technischen Warte her ist das Fahrgeschäft in Perfektion umgesetzt. Premium-Equipment wie Siemenssteuerung und SEW Motoren/Umrichter, die während des Abbaus verkabelt bleiben, sind verbaut. Auch die Besetzung mit ‚Hartingsteckern‘ ist dabei zu erwähnen, die alle für den Transport ein Dummy-Gegenstück haben, damit die Leitungen nicht beschädigt werden. Das System ist so programmiert, dass es mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet ist, die verschiedene äußere Umstände wie Regen oder Sommer erkennt und dementsprechend agiert und die Operation anpasst. Ein gleichmäßiger Verschleiß wird durch das Zählen der Umdrehungen erreicht. Ein Betrieb ohne Geräusche ist ein weiterer Pluspunkt – man vernimmt kaum, wenn sich die Gondeln in Bewegung setzen.Die Beleuchtung ist größtenteils versteckt verbaut und strahlt in RGB-Farben. Der vier Meter messende LED – Monitor ist klappbar, was für den Transport perfekt ist. Um das Bild bzw. die hochauflösenden Videos gerade darstellen zu können, hat man einfach das Signal bei der Projektion um 30° manipuliert. Für das Licht waren die Firmen Kairies und Sebo zuständig. Unser Technikexperte war in Luxemburg hell auf begeistert von dem neuen Hightech – Wunder.

Movie Star 2 ist schnell umsetzbar.

Die Neuheit benötigt fünf Transporte, die mit dem Geschäft in einer gewissen Art und Weise verbunden sind. Sie sind individuell von der Firma Gloria Fahrzeugbau GmbH gefertigt worden und tragen zu der allgemeinen Wertigkeit bei, denn die Achslast ist geringer wie bei älteren Riesenrädern – sodass sie mit Dreiachser-Zugmachinen gefahren werden können. Das alles in Kombination ermöglicht ein schnelles Umsetzen inkl. zügigem Auf- und Abbau ohne Stress und vor allem auch ohne Autokran. Außerdem kann die Attraktion mit drei verschiedenen Tiefen – 13,50 Meter, 15 Meter und 17 Meter je nach Bedarf aufgebaut werden.
Mittels hydraulischer Lenkung kann auf besonders engen Arealen perfekt manövriert werden. Die allgemeinen Maße – 21 Meter Front, 17 Meter Tiefe – sind aber schon eine sehr kompakte Stellfläche und so dürfte das Riesenrad zukünftig für viele Veranstalter eine gute Wahl sein.

Zum Abschluss haben wir noch ein Mini-Interview mit dem Chef Ludwig Landwermann geführt:
Wann und warum ist die Wahl auf ein Riesenrad gefallen? „Wir haben immer mehr Anfragen für die Räder erhalten, die mit zwei Rädern nicht mehr zu bewältigen waren und machen auch immer mehr Stand-alone-Geschichten.“
War direkt klar das Mondial das Riesenrad liefern würde? „Ja definitiv. Natürlich ist es immer eine finanzielle Überlegung, da es auch um die Hälfte günstigere Alternativen gibt, die aber technisch auch nicht entsprechend hochwertig sind. Auch der Stahlbau ist bei Mondial der bessere, da sie konische Bolzen verwenden.“
Wie lange war die Bauzeit? „Wir haben letztes Jahr im Februar unterschrieben und pünktlich diesen Juli geliefert bekommen.“
Was sind die besonderen Features des „Movie Star 2“? „Die Barrierefreiheit und das Muscheldach mit dem Licht, das auch bezüglich Wetter einen optimalen Schutz bietet. Im nächsten Jahr kommen auch noch Fotopoints hinzu.“
Wie sind Sie auf die Idee der Thematisierung gekommen? „Da wir ja schon das erste „Movie Star“ Rad haben und eine Hollywoodthematisierung wollten, ist diese im Gespräch mit Elfering in gewünschter Form umgesetzt worden.“
Waren Sie einigermaßen zufrieden mit den Plätzen in diesem Jahr? „In Münster ist es sehr gut gelaufen und angenommen worden, aber auch in Luxemburg waren wir zufrieden es war zwar kein einzelner Tag bombastisch, aber alles zusammen gesehen war gut, denn dort sind ja kaum Kosten gelaufen.“
Wie sind die Pläne für die Saison 2021? „Eine Mischung aus Stand-alone und Kirmes bzw. Pop-up-Parks je nach Entwicklung der Lage im kommenden Jahr. Mit den kleineren Rädern werden wir aber natürlich unsere Stammplätze halten.“
Was wünschen Sie sich für die neue Saison? „Ein Ende der Pandemie – was aber nicht kommen wird, aber zumindest dass, Veranstaltungen wieder durchführbar werden unter Einhaltung unserer Hygienekonzepte und ein bisschen Normalität einkehrt.“
Wir wünschen alles Gute mit dem neuen Riesenrad für die Saison 2021!
Text und Fotos: Tatjana Gemüth – Technikexperte: Markus Cremer

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