Nach dem „Dürener Sommer-Spezial“ …

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Nach 23 Tagen ist das zweite „Dürener Sommer-Spezial” genau mit dem wie eigentlich geplanten letzten Annakirmes-Wochenende zu Ende gegangen. Das war auch seitens des Veranstalters so beabsichtigt gewesen, um an die abgesagte Annakirmes zu erinnern. Die gewöhnlich große Hitze um diese Jahreszeit ist erfreulicherweise ausgeblieben, sodass bis auf ein paar sich immer wieder einstellende Regenschauer insgesamt ideales Openair-Veranstaltungswetter geherrscht hat. Auf die Probleme mit dem Hochwasser und die Eröffnung ist bereits im KOMET an anderer Stelle eingegangen worden. Maximal 5.000 Menschen haben sich gleichzeitig auf dem Gelände mit mehr Kirmescharakter als im Vorjahr aufhalten dürfen. Der Eintritt ist diesmal zugunsten einer Spendenaktion für die Hochwasserkatastrophe weggefallen.Doch kann eine Pop-up-Kirmes genauso erfolgreich sein wie eine normale Annakirmes? Natürlich nicht! Das Modell „Pop-up“ kann lediglich als Hilfskrücke für die Schausteller bezeichnet werden, um Einnahmen zu generieren, nach der Devise besser weniger als gar nichts. Es funktioniert auch nicht überall, wie sich gezeigt hat. Insbesondere ist es von den Rahmenbedingungen abhängig, dieseitens der Coronaschutzverordnung in NRW mit den Inzidenzgrenzwerten gestellt werden. Der Start des Dürener Freizeiterlebnisses am 17. Juli ist genau in die Zeit der extrem niedrigen Werte in NRW gefallen. Erst nach einer Woche sind die Zahlen dann wieder angestiegen, sodass man in die höhere Stufe gerutscht ist und den freien Zugang beschränkt hat. Einlass war nur noch mit Erfüllung der 3G-Regel möglich, was am Eingang regelmäßig durch Aufsichtskräfte des Team „Medical Service NRW”, die ehrenamtlich arbeiteten, kontrolliert worden ist. Während es am ersten Wochenende richtig brummte, hat sich die neue Situation in den Besucherzahlen mit nur geringem Rückgang bemerkbar gemacht. Das Testzentrum am Eingang ist angesichts der Besucherwelle dann doch etwas überfordert gewesen. Ein zusätzlicher Bus stand an den Wochenenden zum Impfen bereit, frei nach dem Motto: „Impfen vor der Bratwurst und dem Karussellfahren!”Insgesamt waren die Besucherzahlen bis zum letzten Tag trotz Kontrolle recht erfreulich. Die Dürener und Nord-Eifeler haben trotz der Flutkatastrophe Mitte Juli nach Abwechslung gesucht, ohne verängstigt zu sein. Gerade in den Abendstunden –um 22 Uhr war Schlusszeit –hätte man länger offenhalten können. „Doch die Leute sind friedlich nach Hause gegangen“, resümiert der VRS-Vorsitzende Hans Bert Cremer.Von Dienstag bis Sonntag hat zwischen 14 und 22 Uhr das Freizeiterlebnis den Kirmesfreunden offen gestanden. Jede Woche hat es dazu einen Familientag mit recht lebhaftem Anklang gegeben. Auch überregionale Besucher, wie zum Beispiel aus Berlin, haben den Weg nach Düren gefunden, wie Facebook-Einträge dokumentierten. Werbung ist in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr auf allen Werbekanälen erfolgt. Die eigene Facebook-Seite zum Sommer-Spezial ist ständig aktualisiert worden. Auf Platz eins und zwei haben reichlich Parkplätze zur Verfügung gestanden. Auf Platz drei war das umfangreiche Kirmesvergnügen wieder als Rundlauf ohne Querreihen aufgebaut. Aufgrund der Vielzahl der gleichzeitig abgehaltenen Pop-up-Parks war es gar nicht so einfach, die Wunschfahrgeschäfte zu bekommen. Viele Attraktionen aus dem Vorjahr waren bereits anderenorts gebunden. Für die Jugend hätte der VRS als Ausrichter gerne noch einen Propeller verpflichtet. Auch eine große Achterbahn konnte nicht verpflichtet werden. Im Endeffekt waren 61 Beschicker am Start, für die das Merkmal Familienkirmes bestens gepasst hat.Familie Lupp ist erstmals mit ihrem neu von Karl Welte erworbenen und generalüberholten Shake „Sound Maschine” dabei gewesen und hat sich über die für diese Sparte geringe Konkurrenz auf dem Platz erfreut. Schwergetan hat sich die Nostalgie in Form des Kettenfliegers von Fischer und der Raupe von Manfred Mainka. Eigentlich schade, denn Mainkas Raupe hätte als eine Neuheit in Düren mehr Publikum verdient. Ansonsten hat auf dem Rundlauf nichts gefehlt, was das Kirmesherz begehrt. Familie Gormanns Riesenrad „Liberty Wheel” hat einen Ausblick weit über das Gelände geboten. Marvin Dreßens „Polyp” hat mit Speed sein Publikum durcheinandergewirbelt. Als Kinderachterbahn war von Marvin Issel die „Silbermine“ dabei. Die Klassiker: Tino Reminders „Musik Express“ und Grass Autoscooter. Erstaunlich gut ist es für Sascha Tippelts „Hollywood Star“ gelaufen. Von der Annakirmes bereits bekannt sind Ralf Sturms „Kristallpalast“ und Bramv/d Molengrafts „Geister Villa“. Rasante Achterbahnfilme hat dem Besucher in Johann Büglers „3D Cinema“ zur Auswahl gestanden. Johann Bügler hat noch andere Talente und hat das „Düren Sommer-Spezial Video” mit einem eigenen Song unterstützt, den er selbst kreiert hat. Der Titel lautet „Vamos a la Playa –Wir feiern bis ein neuer Tag beginnt“, den er mit seinen Töchtern eingesungen hat. Ein echter Ohrwurm von Jonolovesmusic, mit Hitpotential! Trotz einer etwas weniger attraktiven Beschickung als im Vorjahr kann das „Dürener Sommer-Spezial”, welches mit dem Slogan „Endlich wieder Kirmes!“ beworben wurde, als Erfolg gewertet werden. Auf ein Feuerwerk hat man mit Absicht verzichtet, denn das soll eine Annakirmestradition bleiben. Im Gegensatz zur Erstausgabe hat diesmal Kirmesatmosphäre pur stattgefunden, mit Rekommandation, was das Zeug hält und eigener Musik am Karussell! Genau dieses gelebte Durcheinander möchte der Kirmesbesucher haben und hat es mit zahlreichen Besuchen honoriert! Rundum zufrieden war der Veranstalter mit dem Verhalten der Besucher. „Diese wollen wieder die Normalität. Unser Ziel ist aber, unser Traditionsfest Annakirmes wieder zurückzubekommen. Dies hier kann nur eine Notlösung sein. Wir danken der Stadt und der Politik, die uns bestmöglich unterstützt haben“, so Hans Bert Cremer. Trotz der positiven Anzeichen geht es mit problematischem Blick in den Herbst. „Für die Veranstaltung eines Weihnachtsmarktes war dieses Event das beste Beispiel, dass es ohne Probleme möglich wäre, diesen zu veranstalten. Solche Pop-up-Parks dürfen nicht zur Gewohnheit werden. Es ist wichtig zu demonstrieren, dass Kirmes wieder möglich ist“, sagt der VRS-Vorsitzende.Wenig Freude bereitet den Beschickern in der ohnehin schwierigen Zeit die Erhöhung der Standgebühren für die Annakirmes 2022, die der Dürener Stadtrat trotz scharfer Kritik der Schausteller Anfang Mai beschlossen hat. Die Schausteller hoffen, dass die Entscheidung noch mal überdacht wird. „Das Standgeldniveau ist bereits am äußeren Level“, so Bert Cremer. Wenn es dabei bleiben sollte, werden die Preise auf der Annakirmes für die Zukunft nicht zu halten sein.

Text und Fotos: Martin Wehmeyer

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