Oktoberfest in München

Helmut Bresler

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Auf gehts zur Wiesn 2022
von 17. September bis 3. Oktober

 

München hat das Oktoberfest wieder – das größte Volksfest der Welt. Seit 20. Juni wird aufgebaut. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause findet das größte Volksfest der Welt 17 Tage lang vom 17. September bis einschließlich dem Feiertag am Montag, 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, auf der Theresienwiese statt. Beginnen wird das Oktoberfest traditionell mit dem berühmten Ausruf „O‘zapft is!“ des Münchner Oberbürgermeisters beim traditionellen Fassanstich am Samstag, 17. September, Punkt 12 Uhr in der Schottenhamel-Festhalle.
Gefühlt stand die Wiesn im letzten Jahr fast täglich in der Presse. Unbegreiflich, was da alles an Thesen und Spekulationen publiziert wurde. Es ging um eine erneute Absage, um eine Vorverlegung und um zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Das erlösende Schlusswort sprach Oberbürgermeister Dieter Reiter Anfang Mai bei einer Pressekonferenz: „In diesem Jahr wird es wieder ein Oktoberfest geben, ohne Zugangsbeschränkungen!“ Es ist heuer das 187. Oktoberfest. Längere Pausen gab es in der mehr als 200-jährigen Geschichte der Wiesn nur in Kriegszeiten.

Wiesn-Bummel entlang der Schaustellerstraße.

Daten und Fakten
Das Festgelände erstreckt sich über eine Fläche von 34,5 Hektar. Zum Oktoberfest 2022 haben sich 918 Betriebe beworben. 487 Betriebe wurden in diesem Jahr zugelassen, darunter 145 aus der Gastronomie, 180 Schaustellergeschäfte, 2.189 Marktkaufleute sowie mehrere Servicebetriebe. Erstmals bietet die kommunale Tourismusorganisation München Tourismus einen Informationsstand auf dem Gelände an. Er befindet sich unweit des Haupteingangs in der Wirtsbudenstraße. Rund 13.000 Personen sind auf dem Oktoberfest beschäftigt. In den 17 Festhallen mit zusammen rund 120.000 Sitzplätzen werden die speziellen Oktoberfestbiere der sechs Münchner Großbrauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Staatliches Hofbräuhaus mit einer Stammwürze von rund 13 Prozent ausgeschenkt. Dazu findet sich ein breites Speisenangebot von klassisch bis vegan. Insgesamt laden 39 gastronomische Mittel- und Großbetriebe zum Feiern ein. Der Preis für eine Maß Bier variiert zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro, durchschnittlich knapp 16 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die Öffnungszeiten werden 2022 geringfügig angepasst. Unter der Woche wird nun bereits um neun statt um zehn Uhr geöffnet. Auf der Oidn Wiesn werden die Öffnungszeiten der Zelte um eine halbe Stunde verlängert auf 22.30 Uhr. Der Ausschank- und Musikschluss bleibt jedoch bei 2130 Uhr.

Sie waren bei der Wiesn-Pressekonferenz mit dabei: Peter Bausch, 1. Vorsitzender des Münchner Schausteller Verein e.V., Wenzel Bradac, Präsident des Bayerischen Landesverbandes der Marktkaufleute und der Schausteller e.V. sowie Schausteller Norbert Lange, der als Komet-Korrespondent viele Jahre lang die Wiesn betreute (v.l.n.r).

Was ist neu?
2022 ist nicht gerade geprägt von Neuheiten, wie man sie vielleicht gewohnt war oder welche man vermutet oder sich gar gewünscht hätte. Zudem fällt die Wiesn in diesem Jahr mit mehr „Dubletten“ als sonst auf. Heuer wird es jedoch aber auch eine Silhouette geben, die man so in München noch nicht gesehen hat. Insgesamt werden vier 80 Meter Türme, das 50 Meter hohe Oktoberfest-Riesenrad sowie die beiden Großbahnen „Alpina Bahn“ von Angela Bruch und der „Olympia Looping“ der Familie Barth, welcher wieder vom Wiener Prater anreist, sowie der 55 Meter große „XXL Racer“ der Goetzke/Bergmann GbR das Oktoberfest prägen wie nie zuvor. Neben den beiden Stamm-Türmen „Sky Fall“ von Michael Goetzke, der mit neuer Turmbeleuchtung auffallen wird, und dem „Jules Verne Tower“ von Alexander und Nadine Goetzke wird heuer zudem zum ersten Mal der „Hangover“ von Ewald Schneider sowie zum zweiten Mal der „Bayern Tower“ von Egon Kaiser um die Gunst der Fahrgäste buhlen. Das bereits erwähnte „Oktoberfest-Riesenrad“ der Familie Willenborg gastiert bereits seit 1979 auf der Wiesn und ist ein markantes Wahrzeichen des Oktoberfestes.

Dubletten und unbegehrter Standplatz
Die bereits erwähnten Dubletten bilden in diesem Jahr die beiden Star Flyer, die Freifalltürme, die beiden KMG-Großschaukeln „XXL-Höhenrausch“ von Anja Goetzke und „Konga“ von Sebastian Küchenmeister, die HUSS „Top-Spin“-Anlagen von Bausch und Zehle, sowie die beiden art-verwandten „Wellenflieger“ von Stranninger und Lechner. Während der Wellenflieger von Lechner ja zur letzten Wiesn den unbegehrten Standplatz zu Füssen der Bavaria erhalten hatte, trifft es in dieser Ausgabe nun den Stranninger-Flieger. Generell darf man sich hier die Frage erlauben, warum man diesen Standplatz überhaupt an ein Großfahrgeschäft vergibt, obwohl man die Aussagen der Schausteller bezüglich der Einnahmen kennt. Warum vergibt man z. B. diesen Platz nicht an einen Bewerber mit einem Kinderfahrgeschäft und rolliert dann jährlich? Die Ponyreitbahn der Familie Heppenheimer kam dort stets gut zurecht und das müsste somit auch mit einem Kinderfahrgeschäft funktionieren. Eine andere Möglichkeit wäre auch noch gänzlich dort auf ein Geschäft zu verzichten und z. B. nach Abschluss eines Schaustellergeschäftes dort ein größeres Toilettendorf zu etablieren. Dies wäre vorteilhaft für die ganzen „Wiesn-Piesler“, die dann Planen und Freiflächen eher „verschonen“, bevor sie ihren Rausch auf den anliegenden Hügeln ausschlafen. Und ein Großgeschäft weniger in der Zulassungsliste dürfte auch die Mitbewerber freuen. Einzig und alleine die Dublette der „Break Dancer“ fällt zum ersten Mal flach, da Jörg Grünberg bekanntlich das Konkurrenz-Geschäft von Aigner aufgekauft hat und somit jetzt nur noch mit einer Anlage auf der Wiesn steht. Ein geschickter Schachzug, um unnötiger Konkurrenz aus dem Weg zu gehen.

Neuheitenflut – eher mäßig bis nicht vorhanden
Als richtige Neuheit im Familien- und Kinderfahrgeschäftssektor kommt die „Ballon-Fahrt“ von Heitkamp. So ein Fahrgeschäftstyp stand vorher noch nie auf der Wiesn. Zum ersten Mal, – wenn auch nicht als klassische Neuheit direkt, – findet sich die Magic-Variante „Circus Circus“ von Gründler/Preuß ein. Hohmanns Magic genoss über ein Jahrzehnt Kultstatus in München und somit tritt also jetzt der „Circus Circus“ in dessen Fußstapfen. Oktoberfest-Auftritt Nummer zwei haben dagegen die beiden Betriebe „Dr. Archibald“ von Greier und der „Voodoo Jumper“ von Schäfer. Nimmt man es aber dann doch genau, dann gibt es noch eine richtige Neuheit auf der Wiesn 2022, – auch wenn es sich um kein Fahrgeschäft handelt und deshalb soll sie hier auch erwähnt sein: Das „Dschungel-Bogenschießen“ von Philipp Vespermann aus München gibt seinen Einstand und ist sicher auch eine Bereicherung.

Die Geisterbahnen, Doppelmaus und Rafting-Bahn
Gegruselt werden darf sich beim ersten Oktoberfestfest nach der Pandemie auch wieder. Größte Bahn in dieser Sparte ist wieder der „Geister Palast“ von Andreas Kunz. Dazu das „Geister Schloss“ seiner Eltern Irene und Alexander Kunz. Die „Fahrt zur Hölle“ von Dom-Jollberg und die „Nostalgische Geisterbahn“ von Eckl komplettieren das Quartett der Gruselangebote. Neben den beiden erwähnten Groß-Bahnen gibt sich auch die Doppel-Maus von Peter und Renate Münch wieder die Ehre und den Wildwasserbahn-Sektor deckt „Rio Rapidos“ von Sascha Kaiser erneut ab.

Eine echte Wiesn-Neuheit: Die Ballon-Fahrt.

Obwohl es sich bei Kaisers Bahn ja eher um eine Rafting-Bahn handelt und sich dieser über sein diesjähriges Alleinstellungsmerkmal sehr freuen wird, so fehlt leider in diesem Jahr eine klassische Wildwasserbahn zu Füßen der Bavaria. Die Zeiten von Löwenthals „größter mobiler Wildwasserbahn der Welt“ oder Meyer-Steigers wunderschöner „Wildwasserbahn“ sind leider Geschichte und werden wohl so nicht mehr auf das Oktoberfest zurückkehren. Dennoch sollte eine klassische Wasserbahn auf einem Fest wie in München nicht fehlen.

Die „Exoten“ auf der Theresienwiese
Auch beliebte und bekannte „Exoten“ werden die Wiesn-Besucher wieder erfreuen. So bekamen beispielsweise der „Parkour“ von Andreas Aigner, die „Krinoline“ von Niederländer, der „Mond Lift“ von Petra Zehle, der „Predator“ von Willy Kaiser, der neu gestaltete und auf die neue DIN-Norm 13814 angepasste „Rund um den Tegernsee“ von Christian Zettl, der „Skater“ von Siegfried Kaiser, „Menzels Münchner Zugspitzbahn“, die „Hexenschaukel“ von Keller & Schiedeck und der „Techno Power“ von Manfred Eckl eine erneute Zulassung zum größten Volksfest der Welt.

Lauf- und Sondergeschäfte, fünf Auto-Scooter und diverse Kinderbetriebe
Unter den Lauf- und Sondergeschäften bekamen folgende Betriebe in diesem Jahr einen begehrten Platz am Oktoberbest: „Der große Irrgarten“ von Rasch, „Steilwand“ von Wissinger & Perera GbR, „Rotor“ von Pluschies, „Alpenrausch“ von Kollmann, „Toboggan“ von Konrad, „Schichtl“ von Schauer, „Dschungelcamp“ von Agtsch, „Lach-Freu-Haus“ von Distel, „Jumanji“ von Haas, „Münchner Rutschn“ von Stey und das besonders beliebte „Teufelsrad“ von Elisabeth Polaczy. Die fünf Auto-Scooter auf dem diesjährigen Oktoberfest werden von den Schaustellern Distel, Geier, Kollmann, Lindner und Steinhardt, gestellt, wobei der Scooter „Bayern-Crash“ von Geier zum ersten Mal auf der Theresienwiese aufbaut.
Der beliebte „Break Dance“ von Grünberg-Kaiser und der „Flip Fly“ von Clauß dürfen natürlich ebenso wenig fehlen wie die Kinderfahrgeschäfte „Kinder-Auto-Scooter“, „Pirateninsel“, „Märcheneisenbahn“, „Kinderkarussell“, „Kindertraumschleife“, „Baby-Flug“, „Bayern-Rally“, „Jumbo Flug“, „Kindersportkarussell“, „Kinderschleife“ und „Kinder-Super-8-Schleife“. Quasi als Neuheit gilt hier das Kinderkarussell von Felix Sonnleitner, der Sgraja-Sonnleitner GbR, welcher als Nachrücker für das neu erwartete und eingeplante Spielgeschäft „OktobVRfest-Virtual Reality“ als Nachrücker fungiert. Dieses wunderschöne Kinderkarussell kennen sicherlich noch viele u. a. vom Regensburger Weihnachtsmarkt am Neupfarrplatz unter Regie der Familie Hohmann. Bei „OktobVRfest-Virtual Reality“ hätte es sich um ein fertiges Virtual-Reality-System inklusive verschiedener Spiele gehandelt. Im Inneren wäre maximal Platz für acht Spieler gewesen, jeweils einer bis vier Spieler pro Arena mit eigener VR-Brille und Controllern. Kurzfristig kam es zu einer Stornierung der Bewerbung, da bautechnische Fragen und die notwendige Prüfung inklusive Baubuch in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr zu bewältigen waren. Fraglich war hier eh das Zulassungskriterium, denn es hätten maximal nur acht Personen pro Vorstellung Platz gefunden. Auf der Wiesn also eher schwierig, mit dieser geringen Kapazität über die Runden zu kommen.

Das Rundfahrgeschäft „Circus Circus“ gibt sein erstes Wiesn-Gastspiel. Foto: Jürgen Blätz
Auch Philipp Vespermann feiert mit seinem besonderen Schießgeschäft Wiesn-Premiere. Foto: Konstantin Krenek

Was fehlt auf dem berühmtesten Volksfest der Welt?
Ob es nun allen Besuchern und Gästen auf dem Oktoberfest auffallen wird, ist fraglich. Kennern und Fans aus der Branche werden aber zwei Geschäfte fehlen. Zu einen ist dies der „High Energy“ von Jasmin Kaiser, dessen weiterer Einsatz nach einem Aufbau im letzten Jahr bei Zierer ungewiss ist und das nostalgische Riesenrad von Koppenhöfer. Dieser „Russe“ war einst einmal das höchste Riesenrad auf dem Oktoberfest, erstmals 1925 zugelassen und wurde von einem bekannten Münchner Schaustellerunternehmen erworben, fehlt aber dennoch überraschenderweise auf dem Fest. Auch auf den bisher stattfinden Auer Dulten war dieses Rad nicht mehr gesehen worden. Es bleibt spannend, ob es in den nächsten Jahren wieder auftauchen wird. Es ist, wie es heißt, in den besten Händen und wird für zukünftige Engagements ertüchtigt. Am Rande notiert ist der Wegfall des Wiesn-Postamtes am Beginn der Wirtsbudenstraße. Im Zeitalter von SMS-Nachrichten und WhatsApp-Botschaften sank die Nachfrage in den letzten Jahren kontinuierlich. Um Dubletten zu vermeiden, hätte man z. B. auch anstatt einer zweiten Großschaukel eine kleinere „Afterburner“-Variante zulassen können, denn auch Agtsch „Free Style“ gehört nach dem Verkauf an Franz Xaver Kollmann und mittlerweile zum wunderschön mutierten „Mexican Flight“ nicht mehr zur Wiesn-Beschickung. Und somit startet am 17. September 2022 das Münchner Oktoberfest mit einer ausgewogenen, wenn auch nicht stark überraschenden und eher ohne spektakuläre Neuheiten auskommenden Fahrgeschäftsauswahl. Kurzfristige Änderungen vorbehalten.

Gastronomie
Auf dem Oktoberfest locken in diesem Jahr neue Zelte ihre Gäste an. Auf der Oidn Wiesn bekommt das „Volkssängerzelt“ einen neuen Wirt. Die Pschorrbräu-Festhalle „Bräurosl“ ist völlig neu entstanden und wurde in diesem Jahr als erstes Zelt aufgebaut. Als Festwirt begrüßt dort erstmals Peter Reichert die Gäste. Das bisher von Peter Reichert betriebene Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn wird künftig von der Wirtsfamilie Stiftl unter dem Namen „Volkssängerzelt Schützenlisl®“ betrieben. Dadurch wurde bei den Hühnerbratereien ein Platz frei für ein neues Zelt, das unter dem Namen „Münchner Stubn“ von der WE Festzelt GmbH betrieben wird. Dahinter stehen Kathrin Wickenhäuser-Egger und Alexander Egger, die sich in diesem Jahr erstmals auf ihre Wiesn-Gäste freuen. Neu im Gastrobereich ist auch die „Wiesn Insel Cocktailbar“ von Angela Zettl-Nikolic. Der Cocktailstand im karibischen Flair wurde in Containerbauweise errichtet. Angeboten werden verschiedenste Cocktails, meist unter Verwendung von fair gehandelten biologischen oder regional erzeugten Produkten.

Anstich im Schottenhamel-Zelt – alle feiern mit.

Öko-Wiesn
1997 wurde das Oktoberfest mit dem Bundesprojektpreis für „Umweltrichtlinien für Großveranstaltungen“, dem sogenannten „Öko-Oscar“, ausgezeichnet. Auch heute setzt das größte Volksfest der Welt Maßstäbe bei der Umsetzung umweltverträglicher und ökologisch relevanter Maßnahmen bei Großveranstaltungen: Abfallreduzierung, Wasser-Recycling, Verwendung von M-Ökostrom und Schmankerl-Angebote aus zertifiziertem Bio-Anbau und artgerechter Tierhaltung. Ab sofort gibt es an kühlen Abenden in den Biergärten auch keine Heizstrahler mehr. Während immer wieder der Energieverbrauch des Oktoberfestes diskutiert wird, listete Wiesn-Referent Baumgärtner die Fakten auf. Die Wiesn beanspruche nach seinen Worten gerade einmal 0,6 Promille des jährlichen Erdgas- und 0,1 Promille des Stromverbrauchs der Landeshauptstadt München. Und auch die günstige Wiesn gibt es wieder. Gute Gelegenheiten für einen preiswerten Wiesn-Bummel geben zwei Familientage, die an den beiden Dienstagen stattfinden. Hier gibt es ermäßigte Fahr-, Eintritts- und Verkaufspreise.

Die Oide Wiesn 2022
Sie ist der absolute Renner: die Oide Wiesn auf dem Südteil der Theresienwiese. Angefangen hat alles 2010 mit der Jubiläumsfeier „200 Jahre Oktoberfest“. Nostalgische Volksfestattraktionen, bunte Trachten, Pferderennen, Museums- und Tierzelt sowie Festzelte, in denen Gemütlichkeit und bayrisches Brauchtum im Mittelpunkt standen, machten die Veranstaltung zu einem absoluten Publikumsliebling. Mit der Oidn Wiesn setzt sich dieser Erfolg fort. Sie ist in etwas abgeänderter Form seit 2011 zum festen Bestandteil des Oktoberfests geworden. Jetzt laden wieder zahlreiche Fahr-, Kinder- und Schaugeschäfte auf der Oidn Wiesn ein. 2022 werden die Schaustellerbetriebe „Hexenschaukel“ von Zehle, „Kasperltheater“ von Trollmann, „Calypso“ von Winheim, „Kettenflieger“ von Kalb, „Fahrt ins Paradies“ von Schleifer, „Kinderkarussell“ von Katzschmann und „Kinder-Eisenbahn“ von Dräger dort den Gästen eine unvergessliche Reise in die Vergangenheit für 1.- Euro bescheren.

Nur ein kleiner Teil der Sammlung findet Platz im Museumszelt.

Im Museumszelt der „Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.“ wird die Geschichte des Oktoberfestes lebendig. Exponate der „Münchner Schausteller-Stiftung“, deren Sammlung im Münchner Stadtmuseum verwahrt ist, laden zu einer Reise durch die Vergangenheit ein. Vom Münchner Springpferdekarussell aus dem Jahr 1945, einem Nachbau des Velodroms, bis zum Wohnwagen-Unikat der Firma Stork von 1952/53, der viele Jahre von der Oktoberfestpressestelle als Büro genutzt wurde, gibt es viel zu entdecken. Die diesjährige Sonderausstellung trägt den Titel: „Neue Geister eingetroffen. Sie gewährt den Blick hinter die Kulissen der Geisterbahnen. Schätze aus dem Münchner Stadtmuseum werden ergänzt durch private Leihgaben. Eine große Auswahl an einzigartigen und extra-schaurigen Geistern, Fassadenteilen und weiterem Gruselzubehör aus der Zeit von 1947 bis 1975 werden nach Jahren des Dornröschenschlafes wieder dem Publikum präsentiert. Sie stammen aus dem Fundus des Stadtmuseums und aus privatem Besitz. Fotos zeigen den Einsatzort der Geister und auch über ihre Biografie wird informiert.
Eine weitere Neuheit ist die Volksfest-Welt im Miniaturformat. Hans-Heiner Ruoff war ein begnadeter Bastler und auf der Kirmes in Hadmar im Westerwald für die Elektrik zuständig. Im Maßstab 1:12 hat er die Highlights „seiner“ Kirmes nachgebaut. 15 Modelle, vom Riesenrad bis hin zum Kinderkarussell rekonstruierte er detailgetreu aus Altmetall und Sperrmüll-Sammlungen. Die filigranen Miniaturen befinden sich seit 2020 im Besitz der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V. Anlässlich des 100. Geburtstages des Erbauers hatte Familie Heiner und Monika Ruoff die Schenkung veranlasst. Zum ersten Mal werden sie jetzt im Museumszelt ausgestellt.

Claudia Pichler präsentiert offiziellen Oktoberfest-Maßkrug 2022
Die Münchner Kabarettistin und Autorin Claudia Pichler präsentiert vor Kurzem den offiziellen Oktoberfest-Maßkrug. Der Krug zeigt das Motiv, das wie kein anderes beim diesjährigen Plakatwettbewerb die Vorfreude auf das Münchner Oktoberfest nach zwei Jahren Corona-Pandemie symbolisiert.

Neues Wiesn-Paket für Einzelgäste
Rechtzeitig zum Oktoberfest hat München Tourismus ein neues Rundum-Sorglos-Wiesn-Paket geschnürt. Es bietet Gästen und Einheimischen die Möglichkeit, einen Platz an einem Wiesn-Tisch zu reservieren, auch wenn sie als Einzelperson kommen und nicht einen ganzen Tisch buchen möchten. Dieser Baustein des Pakets wurde durch die enge Zusammenarbeit von München Tourismus mit den Wiesn-Wirten ermöglicht. Das Paket umfasst neben der Tisch-Reservierung, die mittags und abends möglich ist, Essens- und Biermarken, den offiziellen Oktoberfestkrug 2022 und einen Gutschein für eine Führung mit offiziellen Guides der Stadt, der während oder nach der Wiesn eingelöst werden kann. Zur Auswahl stehen dabei Touren über das Oktoberfest, eine Altstadtführung oder eine Münchner-Kindl-Tour. Die Preise für das Wiesn-Paket starten bei 79 Euro pro Person.

Ein schwungvolles, neues Logo.

Das „O“ ist der Star – neues Oktoberfest-Logo
Zur konsequenten Vermarktung des „Oktoberfests“ wird nun zum ersten Mal in seiner Geschichte ein einheitlicher Markenauftritt erarbeitet, ein zentraler visueller Rahmen. Dazu wurden alle klassischen Elemente eines Corporate Designs in den Kreativ-Prozess integriert: Logo, Wort-/Bildmarke sowie die Entwicklung einer eigenen Schrift. Das neue Logo und der Schriftzug werden nun sukzessive an allen Kontaktpunkten, so auch auf dem Festplatz, umgesetzt. Das bisher bekannte Logo des Oktoberfests „Lachende Krüge“ wird in der Kommunikation nicht mehr verwendet. Auf die Ausgestaltung der Bildmarke wurde besonderer Wert gelegt. Durch die ornamenthafte Ausschmückung des Buchstabens „O“ entsteht eine dynamische Form, die den Schwung und den „Spirit“ des Oktoberfestes widerspiegelt. Dabei ist nicht ein einziges statisches Logo entstanden, sondern ein lebendiges, vielschichtiges und hochflexibles Signet, farbenfroh mit unterschiedlichen Farbverläufen – genauso abwechslungsreich und bunt wie das Oktoberfest selbst.

Das Oktoberfest als Marke
Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt, ein einmaliges Gesamtkunstwerk, ein Stück Münchner Seele. Es ist Tradition, dass Brauchtum und bayrische Lebensart gerade hier eine lebendige Erneuerung erfahren. Das Oktoberfest steht für das Heimatgefühl und die Gastfreundschaft der Münchnerinnen und Münchner – ein Volksfest für alle mit vielfältigen Genussmomenten für alle Sinne auf höchstem Qualitätsniveau. Der Markenkern des Oktoberfests steht für Begegnung, gemeinsames Erleben und Lebensfreude. Das Fest ist ein weithin anerkannter Besitzstand der Landeshauptstadt, über den sie verfügen kann, den sie aber auch sorgsam schützen muss. Zu diesem Schutz hat die Landeshauptstadt München, die das Volksfest seit 1810 erfolgreich organisiert und veranstaltet, verschiedene Wortmarken und Wort-/Bildmarken angemeldet. So ist es gelungen, die Marke „Oktoberfest“ international beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) und damit rechtlich zu schützen. Geschützt sind vom EUIPO zusätzlich die Wortmarken „Oktoberfest München“, „Münchner Oktoberfest“ „Wiesn“ sowie „Oide Wiesn“.

Text und Fotos: Helmut Bresler / Thomas Schmid

 

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