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Wie und was planen die Veranstalter im Jahr 2021?

Noch vor einem Jahr haben wir zu dieser Zeit über die ersten Feste und Veranstaltungen 2020 berichten können. Karnevalskirmessen liefen völlig regulär, in Ostwestfalen wurde mit dem Versmolder St.-Petri-Markt die Saison für eröffnet erklärt und auch in Südhessen konnten bereits einige Volksfeste durchgeführt werden. Nichts davon ist aktuell möglich. Auch in den kommenden Wochen wird es gewiss keine Jahrmärkte, wie wir sie kennen und lieben, geben. Doch wie und was planen die Veranstalter für den Frühling oder den Sommer? In einigen Städten keimt noch das Pflänzchen der Hoffnung, andernorts wurden bereits bittere Nägel mit Köpfen gemacht. Hier eine kleine Übersicht, die einen Trend verdeutlichen soll.

Die Bandbreite reicht von optimistischen Vorhaben, die besagen, dass sich noch in diesem Monat die ersten Karussells wieder drehen können, bis zu pessimistischen Gedanken, dass in diesem Jahr alles abgesagt werden muss. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. Fakt ist, dass bereits etliche Frühjahrsveranstaltungen abgesagt wurden und viele weitere kurz davor sind, abgesagt zu werden. Hier gilt es den vernünftigen Mittelweg zu gehen. Ganz sicher wird man in den nächsten Wochen keine Großveranstaltungen mit Festzelten und ekstatischen Partys durchführen können. Andererseits ist es völlig verfrüht, jetzt Veranstaltungen für den Sommer abzusagen. Betrachten wir die anstehenden Monate der Reihe nach. Jetzt im März wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Großveranstaltungen geben. Bereits im Januar hatte der Wirtschaftssenator der Stadt Hamburg, Michael Westhagemann, öffentlich bekannt gegeben, dass man in der ersten Jahreshälfte keine Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Menschen durchführen könne. Darunter fallen Hafengeburtstag und Frühlingsdom. Auch die Frankfurter Dippemess im Frühjahr fällt der Pandemie zum Opfer, wie Ende Januar bekannt wurde. Die „Tourismus + Congress GmbH“ wurde allerdings damit beauftragt, eine Sonderausgabe für den Sommer zu prüfen. Einzelne Städte sind aber auch jetzt im Frühjahr bemüht, den Schaustellern eine Plattform zu bieten, um wenigstens gewisse Umsätzezu generieren. So soll es beispielsweise in Bremerhaven Anwohnern und Touristen erneut ermöglicht werden, Riesenrad zu fahren. Ähnliche Pläne wurden in Köln vorgestellt. Nach dem Gastspiel des „Europa Rades“ am Schokoladenmuseum, soll es so bald wie möglich am Zoo wieder aufgebaut werden. In Ostwestfalen gibt es Pläne, dass dezentral Kinderkarussells und Reihengeschäfte aufgestellt werden können.

In Münster wurde seitens der Stadt und des Schaustellerverbandes bekannt gegeben, dass der Frühjahrssend zwar abgesagt ist, man aber noch auf einen Pop-up-Park zu Ostern hofft. Man möchte mit Absagen so lange wie möglich warten, da man sich selbst in der Lage sieht, innerhalb von 14 Tagen eine Veranstaltung ins Leben zu rufen. Hinsichtlich des Sommersends sieht manauch eine Chance der Durchführbarkeit. Falls dies aber nicht der Fall sein sollte, liegt auch hierfür ein Konzept eines temporären Freizeitparks in der Schublade. In Osnabrück sieht man in den kommenden Wochen und Monaten keine Möglichkeit, Großveranstaltungen durchzuführen. Sowohl der Frühjahrsmarkt als auch die Maiwoche werden (jetzt) nicht stattfinden; gleichwohl prüft die Stadt, ob Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden können oder Ersatzveranstaltungen stattfinden können. Schweren Herzens hat man sich Mitte Februar im Rathaus der Stadt Recklinghausen darauf einigen müssen, dass zum zweiten Male hintereinander die Palmkirmes abgesagt werden muss. Eine Alternative in Form eines Pop-up-Freizeitparks wird in Aussicht gestellt. Kleinere Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Bückeburger Frühjahrsmarkt, der Emsdettener Frühjahrsmarkt, der Heider Frühjahrsmarkt oder auch die Herner City Kirmes sind allesamt bereits abgesagt worden.Ostervolksfeste und Osterkirmessen wurden bereits zum größten Teil abgesagt. Hier offiziell, dort hinter vorgehaltener Hand. Die Stadt Augsburg ist Mitte Februar an die Presse herangetreten, um die traurige Nachricht zu verbreiten, dass der Plärrer zum dritten Mal in Folge nicht abgehalten werden kann. Alternativen werden zurzeit ausgelotet. Denkbar sind eine Neuauflage der Aktion „Sommer in der Stadt“ oder eine Art „Mini-Plärrer“. Das Münchner Frühlingsfest ist noch nicht abgesagt, aber die Wenigsten glauben an eine Durchführung.In Nürnberg wartet man bis zum letztmöglichen Termin mit einer Absage.

Genauso sieht es in Erfurt aus. Falls dort der Altstadtfrühling nicht zum gewohnten Termin wird stattfinden können, prüft man eine Verlegung. Weder das Frühlingsfest noch das Schützenfest sind bislang in Hannover abgesagt worden – man darf also noch hoffen. Im April hätte das Bayreuther Frühlingsfest auf der Agenda gestanden. Dies wurde Ende Januar seitens der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH gecancelt. Aufgrund der nach wie vor andauernden Pandemie sei das Festnicht durchführbar. In Stuttgart glaubt man nicht an eine Durchführung des Frühlingsfestes, obgleich es noch nicht abgesagt wurde. Allerdings liegen Vorschläge zu einem Pop-up-Freizeitpark vor. Andere, man muss schon sagen viel zu viele Feste in Baden-Württemberg, auch solche die regulär im Juni oder gar im Juli laufen sollen, werden 2021 ausfallen. Der Paderborner Lunapark ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Eventuell wäre eine Pop-up-Kirmes als Alternative denkbar.

Voller Hoffnung ist man in Leipzig. 2020 hat gezeigt, wie gut dort auch eine Veranstaltung in Pandemiezeiten funktionieren kann und an diesem Konzept will man auch in diesem Jahr festhalten. Mönchengladbach sieht keine Chance für die Rheydter Frühkirmes 2021. Diese Veranstaltung wird es in diesem Jahr leider nicht geben. Ob das Schützen-und Volksfest in Wolfsburg wird stattfinden können, ist noch vollkommen ungewiss. Allerdings plant man für den Fall einer Absage einen temporären Freizeitpark, welcher bis Pfingsten geöffnet werden würde.Obgleich die Erlanger Bergkirchweih erst zu Pfingsten terminiert ist, wurde hier bereits eine Durchführung ausgeschlossen. Ebenfalls zur Pfingstzeit, vom 21. bis zum 30. Mai ist in Hamm ein Kirmes-Park geplant.Falls die Gütersloher Pfingstkirmes nicht wie gewohnt stattfinden kann, haben die Schneiders einen Plan B entwickelt und würden einen temporären Freizeitpark, ähnlich wie 2020, auf dem Marktplatz durchführen, so es die Verordnung erlaubt. Noch ist die Pfingstkirmes in Menden nicht abgesagt worden. Man möchte den NRW-Erlass abwarten. Am Niederrhein ist man im Allgemeinen der Auffassung, mit Absagen so lang wie möglich zu warten. So hält man noch an der Planung zur Gelderner Pfingstkirmes fest. Einige wenige Veranstaltungen in der Region wurden allerdings bereits abgesagt. In Frankenberg setzt man auf gründlich ausgearbeitete Hygienekonzepte und hoffentlich schnell voranschreitende Impfungen. Diese werden u. a. im nicht weit entfernten Korbach auf dem Festplatz Hauer durchgeführt, sodass der dort üblicherweise stattfindende Kiliansmarkt in diesem Jahr definitiv nicht durchgeführt werden kann. Gleiches gilt für den Sprödentalplatz in Krefeld und den Festplatz in Stadthagen. Im hohen Norden pflegen die Schausteller sehr gute Kontakte zur Politik und zu den Städten. Man setzt darauf, im Mai Märkte wie im Jahr 2020, unter anderem in Kiel und in Schleswig geschehen, auch in diesem Jahr durchführen zu können –zur Not auch völlig spontan.

Ganz ähnlich ist es im Osten. Auf keinen Fall möchte man jetzt schon das Volksfest in Zwickau absagen. Falls es die Gegebenheiten irgendwie zulassen, möchte man die Karussells im Frühjahr drehen lassen. Die Steinert Kirmes in Lüdenscheid ist völlig regulär geplant worden und würde, so sich die Situation normalisiert, vom 28. Mai bis zum 7. Juni über die Bühne gehen. Falls es aber zu erheblichen Einschränkungen kommen sollte, wäre ein temporärer Freizeitpark für einen solch kleinen Schützenverein kaum durchführbar. Im nahe gelegenen Halver würde man von Herzen gern die Kirmes wieder durchführen, zumal sich die Bevölkerung nichts sehnlicher wünscht. Ob dies möglich sein wird, steht in den Sternen. Falls dies nicht zu realisieren sein wird, kann man sich auch einen kleinen Pop-up-Park vorstellen, der allerdings dann nicht von der Stadt organisiert werden würde. Bei der Sterkrader Fronleichnamskirmes wartet man auf die nächste Corona-Schutzverordnung noch geht man davon aus, dass die Veranstaltung stattfinden könnte. Die Annaberger Kät wird Stand heute noch vorbereitet. Interessenkonflikte könnte es allerdings deshalb geben, weil in der Festhalle das örtliche Impfzentrum eingerichtet wurde. In Schweinfurt plant man noch und auch hier stirbt die Hoffnung zuletzt. Jedoch wird voraussichtlich im April eine endgültige Entscheidung getroffen werden müssen, da die Organisation schlicht und einfach eine gewisse Vorlaufzeit benötigt.Sehr offen und transparent geht man in Goslar mit dem Thema der Vorbereitung um. Der Vorsitzende des Vereins Volksfest e.V., Sven Schneider, ist bereits mehrfach vor die Kamera getreten und hofft zwar auf ein uneingeschränkt durchführbares Volks-und Schützenfest, aber realistisch betrachtet erkennt man so Schneider, dass dies im Frühsommer wohl kaum der Fall sein wird. So ist man zweigleisig gefahren und hat das „ganz normale“ Fest und einen temporären Freizeitpark geplant, der vom 18. Juni bis zum 11. Juli laufen würde. Iserlohn, Wolfhagen und Fritzlar planen noch ihre Veranstaltugen. Am weitesten vorgeprescht ist man im nordhessischen Bad Wildungen. Der dortige Kram-und Viehmarkt, der regulär in der dritten Juliwoche über die Bühne geht, wurde bereits im Januar abgesagt. Im April wird man beim Ordnungsamt erörtern, ob eventuell eine Alternativ-Veranstaltung möglich ist.Anders handelt man im benachbarten Bad Arolsen. Dort betont Marktmeister Wilhelm Müller die Solidarität zu den Schaustellern und unterstreicht, dass die Planungen für den Kram-und Viehmarkt ganz normal weiterlaufen. Genauso sieht es in Brakel, Düren und in Vechta aus. Für den Stoppelmarkt steht noch in den Wolken, ob wieder über 20 Festzelte zu Party-Areas umgewandelt werden können. Falls dies nicht möglich sein sollte, kann man von den Erfahrungen des letztjährigen Pop-up-Parks profitieren und entsprechend umdisponieren. In Paderborn hofft man noch auf die Durchführbarkeit des Libori, zumal in diesem Jahr das große Jubiläum der 500. Ausgabe anstehen würde. Noch wird an der Planung festgehalten. Oberste Priorität legt man in Herne auf die Sicherheit der Besucher. Daher beobachtet man die angespannte Situation sehr genau und wird in den kommenden Wochen eine endgültige Entscheidung fällen, ob die Cranger Kirmes stattfindenkann oder nicht. Rudolstadt konkret: Volksfestchef Frank Grünert hat sämtliche Verträge aus dem Jahre 2020 übernommen und plant eins zu eins mit einem angepassten Hygienekonzept, das Vogelschießen in diesem Jahr unter den gegebenen Umständen so durchzuführen, wie es im vorigen Jahr hätte stattfinden sollen.Das ist der aktuelle Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate.

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