Topstory Parkteil: „Super Splash”

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Groß, aber sanft

Nun ja, besonders kreativ waren die Namensfinder im Jahre 1986

nicht gerade, als sie die neue Wasserbahn im Hansapark an der Ostsee „Super Splash” tauften und wenn man diesem Glauben schenken will, könnte man denken, dass es sich hierbei um ein extrem nasses Vergnügen handelt. Ja, auch der Anblick ist erfurchteinflößend mit dem großen, steilen Drop, aber weit gefehlt, was den Nässefaktor angeht, ist die Anlage wirklich zahm, ein paar Spritzer mehr oder weniger wie bei einem herkömmlichen Log Flume. Die nächste Frage, die sich bei dem blauen Ungeheuer auftut, ist diese in welche Kategorie sollen wir diese Wasserfahrt einordnen? Der Park hat immer mit dem Werbeslogan “Wasserachterbahn mit Sprungschanze” auf die Anlage aufmerksam gemacht. Das passt aber natürlich nicht, zum einen verlassen die Boote nie das Wasser um schienengebunden zu fahren, was den Reiz einer Wasserachterbahn ausmacht und zum anderen hat die Anlage natürlich auch keine „echte” Sprungschanze. Dafür müssten die Boote nämlich von der Schiene abheben und frei durch die Luft fliegen, wie z.B. das bei den Nautic Jets von Heege der Fall ist oder bei dem ehemals reisenden Reverchon Exot „Isar Jump” von Avi.

Durch die Höhe würde ich am ehesten sagen, dass es sich um einen Spillwater handelt bzw. um eine Mischung aus eben diesem und einem Log Flume. Wie bereits eingangs erwähnt stammt die Bahn aus dem Jahre 1986 und ist ein Eigenbau des Parks, wobei man hier vom schweizer Spezialisten Intamin unterstützt wurde. Die Abfahrt ragt stolze 20 Meter hoch in den Himmel und ist relativ steil mit einem Gefälle von rund 80°. Ein kleiner Hubbel sorgt für etwas Airtime und dieser war es, der als Sprungschanze betitelt wurde. Der Rundkurs umfasst rund 300 Streckenmeter. Die für einen Shoot-the-Chutes recht kleinen Boote – sie fassen sechs Personen – drei mal zwei – werden über eine Drehscheibe unter einem Sonnensegel, wie man sie sonst nur vom Rapid River kennt, beladen. Das ist eher ungewöhnlich. Los geht es aber ganz gemächlich. Man schippert in einen lang gezogenen 180° Rechtsbogen und eine längere Gerade zum Lift, der einen via Transportband langsam nach oben befördert. Rückhaltebügel oder Gurte sucht man hier übrigens vergebens, also heißt es gut festhalten. Man kann nun die herrliche Aussicht genießen. Oben angekommen geht es über einen Minidrop von ca. einem Meter wieder in den Wasserkanal und man schwimmt in eine weite 180 ° Rechtskurve Richtung Drop. Im Inneren der Kurve ist ein großes Stahlnetz gespannt. Etwas skurril, was hier alles zu erspähen ist. Kappen, Dosen, Portemonnaies und sogar Schuhe haben schon dort gelegen. Dann fährt das Boot über eine enge Linkskurve parallel zum Lifthill  einmal kurz hoch – den einen Meter von dem Drop wieder gutmachen, bevor es sich in die Tiefe stürzt. Man bekommt ordentlich Tempo und etwas Airtime bevor man im Wasserbecken mit einigen Spritzern abgestoppt wird. Hier kommt es auf die Beladung und das Gewicht des Boots an, ob es ein paar Spritzer mehr oder weniger sein dürfen. Anschließend schippert man über eine Rechtskurve ganz langsam zur Station zurück.

Schade, das die Anlage keinerlei Thematisierung erhalten hat, daraus hätte man einiges machen können mit der richtigen Idee. Der Park verfügt über sechs Boote, dadurch ist die Kapazität für die rund fünf Minuten dauernde Fahrt recht gering. Mit fahren darf jeder, der 100 Meter groß ist in Begleitung eines Erwachsenen und bis 105 cm mit einem Kindersitz – also absolut familienfreundlich.

Es ist neben klassischem Log Flume, Kinder-Log-Flume, Spinning-Raft-Slide und Bootsrutsche eine gute Bereicherung für den Park und dessen Publikum. Ja, wenn man im Park ist sollte man diese Fahrt auf keinen Fall auslassen und garantiert hat ein jeder soviel Spaß, dass er weitere Male einsteigen wird.

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