Volksfest-Absagen in NRW häufen sich

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Seit je her gilt Nordrhein-Westfalen als das klassische Kirmesland. Insofern ist die Zeile unterhalb der obigen vier Volksfest-Fotos auch reine Utopie: Natürlich werden unsere Volksfeste auch weiterhin Aushängeschilder für die Städte, in denen sie stattfinden und für das deutsche Schaustellergewerbe sein. Denn wenn Corona erst einmal gebannt ist, wird sich schon wieder alles auf altem Niveau einrenken, denkt so mancher Volksfest-Freund. Viele Schausteller-Kollegen sehen das differenzierter, befürchten noch mehr Auflagen und Gängelei, als dies schon bisher der Fall gewesen ist. Dennoch planen sie für die Zukunft, auch wenn zurzeit eine Veranstaltung nach der anderen wegbricht. Der Verfasser hat die Stimmung im Gewerbe und bei den Veranstaltern ein wenig abgeklopft, nachdem alle Frühjahrs-Volksfeste bis Anfang Mai ausgefallen sind und jeder sehen musste, wie er irgendwie durchkommt. Gottlob planen die meisten Herbstveranstalter ihre Veranstaltungen aber in gewohnter Form. Andere mussten schon jetzt wohl oder übel die Reißleine ziehen. So der Düsseldorfer St. Sebastianus-Schützenverein 1316 e.V.,über dessen erneute Absage der Rheinkirmes an anderer Stelle in diesem Heft berichtet wird. Die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sieht aktuell ein Verbot aller Großveranstaltungen bis zum 30. Juni vor. Unsicher ist jedoch immer noch, ob Volksfeste nach diesem Datum wieder zulässig sein werden.Nachfolgend ein nicht repräsentativer Querschnitt, der den gegenwärtigen Stand der Dinge aufzeigt:

CRANGE: Regelrechte Volkstrauer herrscht seit dem 30. April in Herne-Crange, nachdem die Stadtverwaltung ihre berühmte Cranger Kirmes, die gewöhnlich um das erste Wochenende im August stattfindet und dem Ortsteil Wanne-Eickle-Crange elf kunterbunte und ausgelassene Festtage beschert, zum zweiten Mal abgesagt hat.Die Verantwortlichen bei der Stadt Herne sehenaufgrund von Corona zu viele Fragezeichen in der Planung. Hernes Bürgermeister Frank Duda bedauerte die Absage. Zwar sei aufgrund der Impfungen Licht am Ende des Tunnels zu sehen, doch eine Veranstaltung mit Millionen Besuchernwerde es Anfang August noch nicht geben können, so seine Meinung. Als Alternativvorschlag stand eine kleinere Ersatzveranstaltung im Raum. Diesbezüglich hatten Vertreter der Stadt Herne mit Vertretern des Landes NRW Kontakt aufgenommen. Seitens des Bundeslandes sei allerdings für ein solches Projekt keine Unterstützung erkennbar gewesen, wurde verlautbart. Nun liegt der Ball beim örtlichen Schaustellerverein, der gegebenenfalls die Möglichkeiten für einen erweiterten Biergarten auf dem Kirmesgelände – wie schon 2020 – abklopfen könnte.

STERKRADE: Die beliebte Sterkrader Fronleichnamskirmes in Oberhausen wurde bereits vorher abgesagt. Hier hoffen jetzt die Schausteller auf eine mögliche Wiederholung der vorjährigen kleinen aber durchaus erfolgreichen Ersatzveranstaltung. Dabei können sie, wenn solche Veranstaltungen von ganz oben wieder freigegeben werden, durchaus mit der Unterstützung der Stadtverwaltung rechnen.

MÜNSTER: Auch die beiden Sendveranstaltungen (im Frühjahr und im Juli) wurden sang-und klanglos quittiert. Der Schaustellerverband Münsterland könnte sich jedoch, eventuell im August, die Neuauflage ihres Pop-up-„Freizeitpark-Münster Kirmesspaß am Schloss“, in Eigenregie vorstellen. Man hofft aber gemeinsam mit der Stadt Münster dennoch auf die originale Durchführung der Sendveranstaltung Ende Oktober. Zu diesem Zeitpunkt könnte eventuell die Herdenimmunität erreicht worden sein, so dass Corona für den dritten Sendtermin im Jahresverlauf unter Umständen kein Hindernis mehr darstellen würde. Man kann den Münsteranern für ihr Festhalten an dem Herbsttermin nur gratulieren. Hoffentlich klappt es auch! Das könnte auch für die Veranstaltungen in Bocholt und Rheine sowie Wernes Sim-Jü-Kirmes gelten, die eine Woche vorher bzw. gleichauf mit Münster laufen. Hamm/Haan Im westfälischen Hamm rechnet man zurzeit noch mit der Durchführung des bereits komplett organisierten Stunikenmarktes im September. Ebenso wie im bergischen Haan, wo die Haaner Kirmes mit allem Drum und Dran fest organisiert ist.

Dortmund: Zu guter Letzt noch einBlick zurück: Von den vielen traditionellen westfälischen Oster-und Pfingstkirmessen konnte heuer keine einzige stattfinden. In Dortmund, wo unter anderen die Osterkirmes ausfiel, erwägt der traditionsreiche Schaustellerverein „Rote Erde“ die Zweitauflage der vorjährigen durchaus erfolgreichen Großveranstaltung „funDOmio“ auf dem Gelände an der Westfalenhalle. Des Weiteren richtet sich die volle Konzentration des Vereins bereitsjetzt auf den Dortmunder Weihnachtsmarkt, der dringend gebraucht wird, um den Fortbestand vielen Schaustellerunternehmen zu sichern.Soweit der aktuelle Stand der Dinge. Allen Veranstaltern und Beschickern kann man nur wünschen, dass der Corona-Spuk bald vorüber ist und sich wieder generelle Normalität für alle einstellt.

Text und Fotos: Rainer Schulz

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