Weihnachtsmarkt in Bonn

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Bonn: Weihnachtsmarkt – ein Besuchermagnet

 

Der Bonner Weihnachtsmarkt mobilisiert nicht nur die Einheimischen, sondern auch Menschen aus nah und fern zu einem Besuch. Fährt man mit dem öffentlichen Nahverkehr, merkt man gleich, welchen Stellenwert er hat. Gespannt warten viele auf den Tag der Eröffnung, um sich mit Freunden und Bekannten oder Berufskollegen zu treffen. In diesem Jahr auch ganz ohne Einschränkungen, denn er findet nach den Vorgaben des Landes NRW nach aktuellem Stand ohne besondere Coronaauflagen statt. 35 Tage lang wird die stimmungsvolle Budenstadt mit 165 Anbietern, die bei dieser Ausgabe mit einigen Neuerungen aufwarten kann, fast die ganze Bonner Innenstadt beherrschen. Insbesondere wird wie bei den früheren Märkten Wert auf vielseitiges und hochwertiges kunsthandwerkliches sowie kulinarisches Angebot gelegt.

 Neu im Team von Marktleiterin Katrin Krumbach, zuständig wie immer für die Organisation, ist Daniel Fischer. Er durfte sich als Nachfolger der Kollegen Houbertz und Müller bewähren und mancher Schweißtropfen blieb bei ihm hängen, als er sein Erstlingswerk mit Unterstützung der Kollegen organisierte. Der Vorschlag, die Tage des Marktes auch für die Schausteller zu entzerren, wurde nicht realisiert. Der Start sollte wie im Vorjahr statt freitags mittwochs erfolgen und dafür der Markt einen Tag früher am 22. Dezember enden. Gerade für die Schausteller und ihr auswärtiges Personal wäre ein früherer Abbau ein Gewinn gewesen. Nun bleibt es also bei der Abbaurallye am 23. Dezember abends, die schon eine Meisterleistung darstellt. Innerhalb weniger Stunden in der Nacht ist die Innenstadt bis zum Morgen des Heiligabends geräumt. Da muss jeder Handgriff sitzen und es geht nur mit Rücksicht unter den Kollegen.

Das Riesenrad von Gormanns und daneben der Ausschankbaum von Vanessa Markmann

Zwei echte „Hingucker“ sind erstmals auf dem Bonner Weihnachtsmarkt vertreten: Roland Barths „The Grand Carousel“ hat seinen ersten öffentlichen Auftritt und wurde am ersten Tag direkt feierlich durch die Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Circus- und Schaustellerpfarrer Sascha Ellinghaus in Betrieb genommen. Es ist mit 14 Metern Höhe, einem Durchmesser von 12 Metern und 62 Sitzplätzen nach Barths Angaben das größte transportable Etagenkarussell der Welt. Blickfang auf dem Münsterplatz direkt neben Gormanns historischen Riesenrades ist der neue Ausschank von Vanessa Markmann, der im Erdgeschoss der riesigen künstlichen, mit LED-Lichtern illuminierten Tanne untergebracht ist. Der Bonner Weihnachtsbaum ist 25 Meter hoch und hat einen Durchmesser von acht Metern. Im Inneren wird er von einer Stahlkonstruktion getragen. Zum ersten Mal auf dem Bonner Weihnachtsmarkt zu finden sind außerdem ein Anbieter von weihnachtlichen Haushaltswaren sowie ein Stand mit nachhaltig produzierter Kleidung, Naturkosmetik und Home-Accessoires. Neu im Angebot sind darüber hinaus Gebäckspezialitäten für Hunde sowie regionale Flaschenbiere. Das gastronomische Angebot bietet neben Klassikern wie Reibekuchen und Bratwurst unter anderem Schinken- und Käsespezialitäten, Laugengebäck, ungarische Langos, Pasta aus dem Käselaib sowie Fischspezialitäten, wie zum Beispiel Flammlachs. Eine Reihe von Speisen wird in Bio-Qualität angeboten. Auch die süßen Sachen sind reichhaltig vertreten. Alle Verkaufsstände werden einheitlich stimmungsvoll mit gelbem Licht beleuchtet und weihnachtlich dekoriert. Auf einem im Giebel angebrachten ovalen Schild wird auf das jeweilige Warenangebot hingewiesen. Viele Beschicker haben mittlerweile ihr Stammpublikum gefunden, wie hier stellvertretend für viele genannt die Fischspezialitäten von Hensel oder der große einladende Flammlachsstand von Micha Lorenz. Die großen Glühweinstände und Restaurationen der Bonner Schausteller sind jeden Abend Anlaufstelle für die Bonner Bevölkerung, um sich bei Glühwein und anderen Getränken zu treffen und zu klönen.

Am Sternentor stand alles zur Eröffnung bereit und die vier Eifeler Alphornisten passten mit ihren langen Musikinstrumenten so gerade auf die Bühne. Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall stand um 17 Uhr bereit, um nach kurzer Ansprache mit Dank an alle Mitwirkenden, die den Weihnachtsmarkt ermöglichen, den Startschuss zu geben. „Ich bin froh, dass wir wieder durchstarten können und ich keine Rede zu Einschränkungen halten muss wie in der vergangenen Zeit. Das Marktrecht ist eines der ältesten in diesem Land und hat eine 1.000-jährige Geschichte. Der Plan für den Weihnachtsmarkt muss schon im Sommer bei über 35 Grad verabschiedet werden, wenn noch keine Stimmung aufkommt. Ich danke den Schaustellern, dass sie in der Krise den Weihnachtsmarkt durch einen Neuanfang schöner machen.“, sagte der Bezirksbürgermeister und erwähnte die bevorstehende Eröffnung des zweistöckigen Grand Carousel und den neuen Gastronomieweihnachtsbaum auf dem Münsterplatz. Den Bonnern dankte er für den Einsatz bei der Betreuung der Ukraine-Flüchtlinge und äußerte die Hoffnung, dass sie im nächsten Jahr wieder ohne Krieg Weihnachten in ihrer Heimat feiern könnten. Zum Ende der Rede erinnerte er an das Energiesparen, das aber nicht beinhaltet, auf alles zu verzichten.

Angesichts der Energiekrise hatte die Stadt gemeinsam mit den Schaustellern eine Reihe von Maßnahmen verabredet, die einen Beitrag zum Energiesparen leisten und zugleich die besondere Atmosphäre der weihnachtlich geschmückten Innenstadt bewahren. So wird die Beleuchtung auf dem Weihnachtsmarkt erst nach Einbruch der Dämmerung von 16 bis 22 Uhr eingeschaltet. Zudem setzen die Standbetreiber auf energiesparende LED-Technik. Außerdem soll auf die Nutzung von Heizpilzen verzichtet werden. Die Polizei und der Stadtordnungsdienst wird Taschendiebe und Trickbetrüger im Auge behalten und an stark frequentierten Zugängen des Weihnachtsmarktes und zu besonders tatrelevanten Zeiten wie im vergangenen Jahr ihre Videobeobachtungsanlage einsetzen.

„The Grand Carousel“ von Barth

„Mit seiner stimmungsvollen Atmosphäre bietet der Markt vielen Menschen Gelegenheit zum Beisammensein in der Vorweihnachtszeit. Ebenso wichtig war uns in diesem Jahr, dass wir gemeinsam mit den Schaustellern Maßnahmen vereinbart haben, die die Energiekrise berücksichtigen.“, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner. Obwohl am ersten Wochenende der Weihnachtsmarkt zu Totensonntag stillstand, konnte der Start bei passendem Wetter als gelungen bezeichnet werden, denn am Freitagnachmittag waren die Stände gut frequentiert.

Text und Fotos: Martin Wehmeyer

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