Der aktuelle Leserbrief

Freie Mitarbeiterin Jessica Goldbach
Jessica Goldbach

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Wie ein Klecks Wasserfarbe unter Regenwolken …

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir versuchen die aktuelle Situation der Märkte und Feste in Worte zu fassen, tun wir uns damit alle schwer. Versuchen wir es uns mal bildlich vorzustellen und bringen es auf den Punkt: der immer fröhlich bunte Farbenklecks, der seit über eineinhalb Jahren unter grauen Wolken klebt und Angst hat vor dem nächsten Schauer.

Man versucht sich davor zu schützen und Wege zu finden, um mit dem Regenwetter umzugehen, doch manchmal ist man hilflos, wartet auf die nächste Vorhersage und lebt in der Hoffnung, dass alles gut gehen wird.

Genau so geht es auch den Marktkaufleuten, Schaustellern und der gesamten Eventbranche in dieser immer noch bestehenden Krise. Wir hoffen auf die Rettungsschirme, auf kleine Lücken zur Durchführung unserer Veranstaltungen und immer wieder darauf, endlich wieder „normal“ leben zu können. Für viele ist diese Situation nur schwer vorstellbar, denn irgendwie geht es ja doch weiter: hier ein Zuckerwagen in der Fußgängerzone, dort Schokofrüchte auf dem Supermarktparkplatz und da eine Ersatzveranstaltung eingezäunt mit einem Bauzaun. Das alles hat jedoch nichts mit „normal“ oder „wirtschaftlich“ zu tun und kostet unwahrscheinlich viel Kraft, um überhaupt diesen kleinen Ersatz zu schaffen. Es sind viele Stunden, Tage und Nächte voller Arbeit notwendig, um wieder einen kleinen Erfolg und einen kleinen Funken Alltag in unser Leben zu bringen. Doch dieses Wissen haben leider die Wenigsten außerhalb unserer Branche.
Ich möchte heute einmal „Danke“ sagen an alle Veranstalter, Funktionäre, Kollegen, Platzgeber, Ideenentwickler, Gesprächsführer und Briefeschreiber in dieser Zeit – ohne euch wären noch nicht einmal diese kleinen Lichtblicke möglich gewesen. Das gemeinsame Ziel, den kunterbunten Fleck der Volksfeste und Märkte vor dem Virusgewitter zu schützen hat Kraft gekostet, aber auch Freundschaften gestärkt und Vertrauen aufgebaut.

Manchmal fällt es schwer, das Glas halb voll zu sehen und gerade jetzt ist es wieder besonders schwierig optimistisch zu bleiben. Doch, bevor wir uns als bunter Farbklecks vom Regen davonspülen lassen, stellen wir lieber unser Glas in den Regen und warten, bis es mindestens wieder halb voll ist und schauen optimistisch nach vorne. Bleiben wir hoffnungsvoll und stehen es weiterhin gemeinsam durch.

Alles Gute und viel Kraft wünsche ich uns allen.

Jessica Goldbach

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