Bei der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart ist die Nachfolge geregelt: Der Aufsichtsrat hat Guido von Vacano am 16. Dezember 2025 einstimmig zum neuen Geschäftsführer bestellt. Er soll im April 2026 gleich mit dem Stuttgarter Frühlingsfest starten und dann Andreas Kroll ablösen.
Die Personalie trifft auf eine Phase, in der in.Stuttgart gleich mehrere Baustellen sortieren muss.
Wasen-Chef Marcus Christen wurde im November 2025 mit sofortiger Wirkung freigestellt, nachdem Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden. Nach Angaben von in.Stuttgart hat das ausdrücklich nichts mit Vergaben rund um Wasen oder Weihnachtsmarkt zu tun.
Andreas Kroll wollte schon nach der EM aufhören, da sich aber kein Nachfolger fand verlängerte er und führt die Gesellschaft noch bis Ende März 2026.
Mit Martin Rau, der zum Ende des Jahres in Ruhestand geht, verlassen damit gleich zwei Geschäftsführer den Veranstalter. Die Frage nach der künftigen Aufstellung der Organisation liegt also ohnehin auf dem Tisch.
Wie die Stuttgarter Zeitung schildert, war die Nachfolgesuche kein Selbstläufer: Es gab viele Bewerbungen, ein gutes Dutzend Kandidaten kam in die engere Auswahl – darunter auch interne. Am Ende sollte es aber ein externer Kopf werden.
Von Vacano kommt aus der Messe Stuttgart: Dort war er Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist und verantwortete nach Angaben von in.Stuttgart die Entwicklung neuer Konzepte sowie die wirtschaftliche Weiterentwicklung eines großen Veranstaltungsportfolios.
Von Vacano ist in Sachsenheim aufgewachsen, startete als Geschäftsführer einer eigenen Veranstaltungsagentur und wechselte 2006 zur Messe Stuttgart. Dort begleitete er den Umzug vom Killesberg auf die Filder, übernahm später Veranstaltungen und wurde 2009 Bereichsleiter der Publikumsmessen sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Seit Januar 2022 verantwortete er den Geschäftsbereich „Technologie, Maschinenbau, Handwerk & Tourismus“ – inklusive Formaten wie Urlaubsmessen (u.a. Stuttgart/Leipzig/Hamburg) sowie Zukunftstechnologie-Veranstaltungen wie Quantum Effects oder hy-fcell.
in.Stuttgart steht nicht nur für Volksfest und Weihnachtsmarkt: Zur Gesellschaft gehören u.a. große städtische Veranstaltungsstätten wie Schleyer-Halle, Porsche-Arena und Liederhalle – außerdem Ticketing (easy ticket service) und Verflechtungen rund um den Stadionbetrieb.
KOMET-Kommentar
Ein solcher Wechsel feuert natürlich Debatten und Gerüchteküche an. Aus unserer Sicht braucht’s jetzt vor allem eins: „Entspannung im Maschinenraum”. Für Schausteller und Marktkaufleute zählen keine Personalien-Schlagzeilen, sondern Planbarkeit – klare Ansagen, erreichbare Ansprechpartner, stabile Abläufe. Wir hoffen, dass mit der neuen Spitze wieder Ruhe einkehrt und sich die Veränderungen am Ende spürbar positiv für die auswirken, die die Volksfeste mit Leben füllen.
Foto: Christoph Schmidt