17. Juni 2026

Göppinger Maientag 2026: Brauchtum trifft Volksfest

Martin Eckert

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Der Göppinger Maientag hat auch 2026 gezeigt, warum er zu den ältesten Kinder- und Heimatfesten Süddeutschlands zählt. Vom 12. bis 15. Juni stand die Hohenstaufenstadt im Zeichen von Brauchtum, Musik, Familienprogramm und Volksfestbetrieb rund um die EWS Arena. Bereits am Donnerstagabend wurde das Festwochenende mit dem 17. NWZ-Blasmusik-Festival im Göckelesmaier-Festzelt eingeläutet.

Der Maientag ist mehr als ein Rummelplatz. Gerade deshalb profitiert der Festplatz von ihm. Seit 1650 wird mit dem Maientag das Ende des Dreißigjährigen Krieges gefeiert. Aus dem Friedens- und Dankfest ist über die Jahrhunderte ein Stadt- und Volksfest geworden, das Schulen, Vereine, Musikgruppen, Familien, Publikum aus der Region und Schaustellerbetriebe zusammenführt.

Festzug bringt Frequenz

Der emotionale Mittelpunkt bleibt der Maientagssamstag. Nach Turmblasen, Platzkonzert und Maientagsansprache setzte sich der große Festzug durch die Innenstadt in Bewegung. Rund 4.000 Mitwirkende, darunter Schulen, Vereine, Musikkapellen und historische Gruppen, gestalteten den Umzug. Gegenwart und Geschichte der Stadt kamen dabei zusammen: aktuelle Themen aus Schule und Stadtgesellschaft ebenso wie historische Bilder aus Göppingen und dem Filstal.

Für die Besucher ist der Festzug ein Höhepunkt des Maientags. Für die Schaustellerbetriebe ist er zugleich ein wichtiger Frequenzbringer: Nach dem Umzug zieht es zahlreiche Familien und Gruppen weiter auf den Festplatz an der EWS Arena.

Familienprogramm stärkt den Platz

Auch das Familienprogramm hatte 2026 wieder großes Gewicht. Am Samstag öffnete das Café Maientag in der EWS Arena, Kinder konnten bei den traditionellen Kletterbäumen und beim Luftballon-Weitflug-Wettbewerb mitmachen. „Maientag – Jung und sportlich“ brachte rund 700 Schülerinnen und Schüler der Göppinger Schulen mit Tanz, Show und Akrobatik auf die Bühne.

Am Montag folgte der Kinder- und Familiennachmittag auf dem Vergnügungspark, bei dem die Fahrgeschäfte ermäßigte Preise anboten. Für die Branche ist dieser Baustein wichtig: Er führt junge Besucherinnen und Besucher sowie Familien gezielt auf das Festgelände – und schafft Erinnerungen, aus denen später Stammpublikum werden kann.

Festzelt als Treffpunkt

Das Göckelesmaier-Festzelt ergänzte den Vergnügungspark mit Musik, Bewirtung und Treffpunktcharakter. Neben dem Blasmusik-Festival zum Auftakt standen an den Festtagen Live-Musik, Frühschoppen, Senioren-Nachmittag und weitere Programmpunkte auf dem Plan. Damit blieb das Festzelt nicht nur kulinarischer Anlaufpunkt, sondern auch ein zentraler Ort des Miteinanders.

Stadtwette als Finale mit Lokalkolorit

Ein besonderer Programmpunkt war erneut die Stadtwette. Die Idee hatte Mark Roschmann im vergangenen Jahr anlässlich des 375-jährigen Maientagsjubiläums eingeführt, nachdem die Stadt für das Jubiläum einen zusätzlichen Akzent setzen wollte. Der Erfolg war so groß, dass die Wette 2026 fortgeführt wurde – diesmal unter dem Motto „Maier gegen Maier“.

Festzeltbetreiber Karl Maier wettete gegen Oberbürgermeister Alex Maier, dass es dem OB nicht gelingen werde, mindestens 376 Göppingerinnen und Göppinger in den Stadtfarben Rot-Weiß ins Göckelesmaier-Festzelt zu locken. Die Zahl spielte bewusst auf die 376. Ausgabe des Maientags an. Im vergangenen Jahr hatte der Oberbürgermeister seine Wette noch gewonnen; diesmal musste er sich geschlagen geben.

Für das Fest war die Stadtwette mehr als ein Gag. Sie brachte am Montagabend noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit ins Zelt, band das Publikum aktiv ein und zeigte, wie stark der Maientag von lokalen Ritualen und gemeinsamer Beteiligung lebt. Zusammen mit „Maiers Feierabend“ und dem Musikfeuerwerk um 22.30 Uhr wurde daraus ein stimmungsvoller Schlusspunkt der Festtage.

Ein Modell für die Branche

Für die Schaustellerbranche bleibt der Göppinger Maientag ein starkes Beispiel für ein kommunal verankertes Fest mit hoher emotionaler Bindung. Die Mischung aus Tradition, Innenstadtumzug, Kinder- und Familienprogramm, Festzelt, Vergnügungspark und treuem Publikum macht ihn zu einem festen Termin im südwestdeutschen Festkalender.

Gerade weil der Maientag mehr ist als ein Rummelplatz allein, gewinnt auch der Festplatz. Die Stadt liefert den historischen Rahmen, Vereine und Schulen füllen ihn mit Leben, und die Schausteller sorgen dafür, dass aus dem Programm ein Volksfest wird.

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